Ich habe einen Nackt-Yoga-Kurs ausprobiert

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Ich habe einen Nackt-Yoga-Kurs aus­pro­biert – und fand es groß­ar­tig, wie ich mich dabei gefühlt habe!

Ich bin es gewohnt, dass die Leu­te auf mei­nen Kör­per star­ren, wenn ich etwas anha­be, aber Nackt-Yoga war für mich Neuland.

Ich habe schon vie­le selt­sa­me Din­ge im Namen jour­na­lis­ti­scher Intri­gen getan – zwei Wochen lang gepen­delt, ein Mor­gen­mensch gewor­den, mei­ne Zäh­ne mit Holz­koh­le geputzt, mein Tin­der-Pro­fil in die Hän­de einer Sex­olo­gin gelegt. Als ich also kürz­lich einem 12-köp­fi­gen Tisch beim Sushi ver­kün­de­te, dass ich an einem Nackt-Yoga-Kurs teil­neh­men wür­de, waren die Anwe­sen­den alles ande­re als über­rascht, dass ich mich für etwas so, nun ja, Außer­ge­wöhn­li­ches anmel­den würde.

Aber die Wahr­heit ist, ich habe mich nicht zum Nackt-Yoga ange­mel­det, weil ein Redak­teur es vor­ge­schla­gen hat. Ich habe mich zum Nackt-Yoga ange­mel­det, weil ich die Art von Per­son sein woll­te, die sich zum Nackt-Yoga anmeldet.

Mei­ne Tisch­nach­barn zwit­scher­ten mir zu, wer sie dach­ten, dass die­se Art von Mensch sein wür­de: “Ein Hau­fen hip­pies­ker Libe­ra­ler mit Büschen!”, sag­te ein Freund. “Gro­ße Schwän­ze. Nur Ker­le mit gro­ßen Schwän­zen wür­den nack­tes Yoga machen”, sag­te ein anderer.

Ich stell­te mir etwas weni­ger Wood­stock und etwas mehr Ermäch­ti­gung vor. Ich mel­de­te mich an und erwar­te­te frei­geis­ti­ge, muti­ge Groß­städ­ter, die sich von nichts auf­hal­ten lie­ßen – nicht von ihren frei flie­gen­den Bits, nicht vom Geruch des Schwei­ßes im Schritt und defi­ni­tiv nicht von einem gebro­che­nen Herzen!

Mein Selbst­ver­trau­en hat­te einen Mega-Schlag erlit­ten, nach­dem ich Anfang des Som­mers mit einer Frau Schluss gemacht hat­te. Wäh­rend Tage­buch­schrei­ben und Sta­pel über Sta­pel von Selbst­hil­fe­bü­chern nütz­lich waren, schien Nackt-Yoga sofor­ti­ge Befrie­di­gung zu ver­spre­chen. “Bist du bereit, die Tür zu Selbst­lie­be und Hei­lung zu öff­nen?”, fragt die Web­site von Naked in Moti­on. “Wir bie­ten dir die Mög­lich­keit, dei­ne Klei­dung abzu­le­gen und damit auch Urtei­le über dein Aus­se­hen, ein­schrän­ken­de per­sön­li­che Glau­bens­sät­ze und kri­ti­sche Selbstgespräche.”

Naked Yoga for Busy Person mit Willow (NAKED IN MOTION) 

Die­se Nackt-Yoga Sequenz spricht mich als jemand, der ständ… 

Die­se Nackt-Yoga Sequenz spricht mich als jemand, der stän­dig unter Zeit­druck steht, sehr an. Es ist eine groß­ar­ti­ge Serie, die du ent­we­der als ers­tes am Mor­gen machen kannst, um dei­nen Kör­per zu bele­ben, oder in der Mit­tags­pau­se, um dich wie­der auf­zu­la­den und zu zen­trie­ren. Es ist eine tol­le Nackt-Yoga Sequenz für jeden, aber ich emp­feh­le sie beson­ders für Men­schen, die einen sit­zen­den Schreib­tisch­job haben. Bewe­gung ist so wich­tig und dies ist eine groß­ar­ti­ge Übung, um den Tag auf­zu­lo­ckern und den Kör­per wie­der in Schwung zu brin­gen. Es ist auch toll für Leu­te, die einen so engen Zeit­plan haben, dass sie kei­ne Zeit haben, zu einem Grup­pen­kurs zu gehen. Selbst wenn du dir 15 Minu­ten Zeit nimmst, um die Übung allei­ne zu machen, kannst du dei­ne Kraft und Fle­xi­bi­li­tät ver­bes­sern – und 15 Minu­ten sind bes­ser als nichts!

Im Nackt-Yoga Video gehen wir die Sequenz etwas lang­sa­mer durch, um dir die ver­schie­de­nen Optio­nen für die Posen zu zei­gen und kurz auf die Tech­nik ein­zu­ge­hen, aber mit etwas Übung kannst du dei­ne Rou­ti­ne auf schnel­le 15–20 Minu­ten redu­zie­ren. Wir haben ein paar Son­nen­grü­ße und eini­ge Vin­ya­sa-Sequen­zen im Ste­hen ange­spro­chen, die den tra­di­tio­nel­len Hal­tun­gen zusätz­li­che Deh­nun­gen und Kräf­ti­gun­gen hin­zu­fü­gen, um mehr BANG FOR YOUR BUCK zu bekom­men. Das Ziel war es, alle grund­le­gen­den Bewe­gun­gen der Wir­bel­säu­le abzu­de­cken und die wich­tigs­ten Mus­kel­grup­pen so schnell wie mög­lich zu deh­nen. Die Klas­se ist niveau­los, aber es ist hilf­reich, wenn du vor­her schon ein paar Yoga­kennt­nis­se hast. Wenn du ein fort­ge­schrit­te­ner Prak­ti­zie­ren­der bist, kannst du dich ger­ne schnel­ler bewe­gen oder sogar ein paar eige­ne Bewe­gun­gen ein­brin­gen. Wenn du Ver­let­zun­gen hast, höre immer auf dei­nen Kör­per und fra­ge einen Arzt, wenn du Fra­gen zum Nackt-Yoga mit einer Ver­let­zung hast. Du kannst alles aus­las­sen, was du willst, Pau­sen machen, wenn es nötig ist, und die Hal­tun­gen modi­fi­zie­ren, um sie bes­ser an dei­ne Bedürf­nis­se anzupassen.

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Ähm, hell yeah! dach­te ich, als ich die Kurs­be­schrei­bung las. Bereit, mei­ne inne­re “So-über-meinen-Ex”-Göttin zu umar­men, reser­vier­te ich mei­ne Matte.

Aber in den zwei Stun­den vor der Klas­se wur­den Auf­re­gung und Selbst­be­glück­wün­schung zu mei­nem eige­nen Wage­mut durch Angst und Selbst­ver­är­ge­rung ersetzt: Wor­auf hat­te ich mich da bloß eingelassen?

Ich schick­te mei­nen Fit­ness­stu­dio-Kol­le­gen eine Nach­richt und schrieb mei­nen FKK-Strand-lie­ben­den Kum­pels eine SMS.

Alter… hät­te ich mir ein Wachs besor­gen sollen?

Ich habe tür­kis­far­be­ne Unter­wä­sche ein­ge­packt, ist das pein­lich? Hät­te ich statt­des­sen schwar­ze ein­pa­cken sollen?

WTF trägst du, wenn du zu einer Nackt-Yoga-Stun­de kommst? Ich tra­ge ein schwar­zes Kleid und eine Jeans­ja­cke – klingt das zu anstrengend?

Ihre Ant­wor­ten waren meis­tens die glei­chen: “OMG, ich kann nicht glau­ben, dass du das machst. Lass mich wis­sen, wie es läuft.” Punkt 18:50 Uhr, als sich die Türen zur Klas­se öff­ne­ten, stieg ich mit einem Mann mitt­le­ren Alters in Kha­ki­ho­sen in den Auf­zug, der mich elf Stock­wer­ke nach oben brachte.

Als ich den Raum betrat, merk­te ich, dass mei­ne Erwar­tun­gen ein wenig dane­ben lagen. Anstatt mich sofort aus­zu­zie­hen, als ich zur Tür her­ein­kam, nann­te ich Wil­low, der Grün­de­rin von Naked in Moti­on, mei­nen Namen und gesell­te mich zu mei­nen Mit­schü­lern, die voll­stän­dig beklei­det und mit gekreuz­ten Bei­nen in ordent­li­chen Rei­hen vor den Fens­tern saßen.

Statt selbst­be­wuss­ter Göt­tin­nen mit Bey­on­cé-inspi­rier­ten Blu­men­kro­nen, wie ich es erwar­tet hat­te, gab es zwei Frau­en und etwa 20 Män­ner, die alles tru­gen, von Lei­nen­ho­sen und T‑Shirts über Work­out-Klei­dung bis hin zu kom­plet­ten Busi­ness-Anzü­gen (mit Krawatte!).

Ich saß auf mei­ner Mat­te und über­leg­te, ob ich gehen soll­te. Um mich her­um mach­ten die Leu­te Small­talk, wäh­rend ich dar­über nach­dach­te zu wei­nen, als ich rea­li­sier­te, dass Män­ner in ihren spä­ten 40ern und 50ern mich nackt sehen wür­den. Aber ich wuss­te, dass ich mich über mich selbst ärgern wür­de, wenn ich jetzt einen Rück­zie­her machen würde.

Wil­low (und der Aus­bil­der, den sie trai­nier­te) began­nen damit, uns über die Gren­zen und Regeln des Stu­di­os zu infor­mie­ren: kein Crui­sing, kei­ne Kör­per­kom­pli­men­te oder Kom­men­ta­re, kein Anfas­sen ohne Zustim­mung, kein Anstar­ren. Sie erklär­te auch, was zu tun ist, wenn man eine Erek­ti­on bekommt (die Kin­der­po­se ein­neh­men) und wie­der­hol­te eine Regel, die ich online gele­sen hat­te: Frau­en und Trans­gen­der-Per­so­nen hat­ten die Mög­lich­keit, ihre Unter­wä­sche anzubehalten.

Nach­dem die Regeln vor­ge­le­sen waren, kamen wir zum nack­ten Teil. Ich bedau­er­te, dass ich ein Kleid trug; ich wäre auf einen Schlag kom­plett nackt gewe­sen. Ich hielt mich zurück, indem ich mei­nen Schmuck abnahm (der übri­gens völ­lig unnö­tig war), mei­ne Haa­re flech­te­te und mei­ne San­da­len abschnall­te. Ich warf mei­ne Jeans­ja­cke bei­sei­te und schau­te mich im Raum um, um fest­zu­stel­len, dass ich die ein­zi­ge Per­son war, die noch beklei­det war. Ich zog das Kleid aus, dann mei­nen BH. Ich ent­schied mich, mei­ne Unter­wä­sche in ihrer gan­zen tür­kis­far­be­nen Pracht anzu­las­sen. Das Gan­ze war bemer­kens­wert unse­xy und fühl­te sich ehr­lich gesagt ein biss­chen an, als wür­de ich mich für eine gynä­ko­lo­gi­sche Unter­su­chung ausziehen.

Dann kamen wir in Bewe­gung. Wäh­rend des lang­sa­men, auf die Kör­per­mit­te fokus­sier­ten Flows kon­zen­trier­ten sich mei­ne Gedan­ken nicht auf die Art, wie mei­ne Brüs­te hin­gen, den leich­ten Geruch von Schweiß oder die Tat­sa­che, dass zwei Dut­zend Penis­se um mich her­um bau­mel­ten. Statt­des­sen tat ich das, was ich beim Cross­Fit immer tue: Ich rich­te­te mei­ne Auf­merk­sam­keit auf mei­ne Mus­keln. Ich kon­zen­trier­te mich dar­auf, mei­nen Core, mei­ne Gesäß­mus­keln und Hüft­beu­ger bei jeder Dre­hung und Beu­gung zu akti­vie­ren, und ich ach­te­te dar­auf, zu atmen.

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Als pen­sio­nier­ter Rug­by­spie­ler, der zum Cross­Fit-Ath­le­ten wur­de, ist die Defi­ni­ti­on mei­ner Schul­tern und Arme ziem­lich auf­fäl­lig. Min­des­tens zwei­mal am Tag macht mir ein Baris­ta, ein Pas­sant oder ein Arbeits­kol­le­ge Kom­pli­men­te oder erwähnt, wie durch­trai­niert ich bin oder wie stark ich aus­se­he. Ich bin es gewohnt, dass die Leu­te auf mei­nen Kör­per star­ren, wenn ich etwas anhabe.

Aber in der Klas­se fühl­te ich mich nicht ein ein­zi­ges Mal von den Män­nern (oder Frau­en) um mich her­um sexua­li­siert, nicht ein ein­zi­ges Mal habe ich einen Frem­den dabei erwischt, wie er auf mein Nip­pel­pier­cing starr­te, mir auf den Hin­tern schau­te oder eine Bestands­auf­nah­me mei­nes mus­ku­lö­sen Kör­pers mach­te. Und ich habe es ver­dammt noch­mal geliebt. Wenn dei­ne blo­ße Anwe­sen­heit und dein Kör­per die Ten­denz haben, Auf­merk­sam­keit zu erre­gen, fühlt es sich ver­dammt gut an, kei­ne zu bekom­men. Hier war ich nicht der Cross­Fit­ting-Autor oder das dicke Mäd­chen, das Eis­kaf­fee bestellt. Ich war nur ein wei­te­rer Kör­per, der Yoga macht.

In der Krie­ger-Pose schraub­te ich mei­ne Fer­sen in den Boden, öff­ne­te mei­ne Brust und fühl­te mich wie ein muti­ger Badass. Wäh­rend der Vor­wärts­beu­ge spür­te ich die Deh­nung in mei­nen Knie­seh­nen und schloss mei­ne Augen, ohne die Rei­hen von ent­blöß­ten Arsch­lö­chern vor mir zu bemer­ken. Wäh­rend der Tau­ben­stel­lung (die ehr­lich gesagt die Stel­lung war, bei der ich dank­bar war, dass ich mei­ne Unter­ho­se anbe­hal­ten hat­te), lehn­te ich mich in die Deh­nung und fühl­te mich eins mit die­ser (männ­lich domi­nier­ten) Grup­pe von unge­hemm­ten Frem­den um mich herum.

Nach­dem wir Namas­te gesagt hat­ten, blie­ben eini­ge nackt und unter­hiel­ten sich, ande­re zogen nur ihre Slips an, wäh­rend ande­re (wie ich) sich schnell anzo­gen. Aber die Stim­mung war die­sel­be. Über­all um mich her­um sag­ten die Leu­te, wie frei sie sich fühl­ten, wie unverklemmt.

Klar, aus prak­ti­scher Sicht ist es ein­fa­cher, sich ohne Klei­dung zu bewe­gen; des­halb besteht mei­ne Cross­Fit-Uni­form ja auch aus Boo­ty Shorts und einem Sport-BH. Aber das ist nicht wirk­lich das, wor­um es bei Naked in Moti­on geht. In gewis­ser Wei­se ist Naked Yoga genau das, wonach es sich anhört: eine 100%ige Yoga-Erfah­rung ohne Klei­dung – eben nackt. Aber es ist auch so viel mehr als das. Es ist die­se super-ermäch­ti­gen­de Mischung aus Kraft und Ver­letz­lich­keit, Angst und Mut.

Bin ich dau­er­haft selbst­be­wuss­ter und weni­ger herz­krank als vor dem Kurs? Nein. Aber eine gemisch­te Nackt-Yoga-Klas­se zu besu­chen, hät­te ich vor ein paar Mona­ten nicht gemacht. Ich bin stolz auf mich, dass ich so weit aus mei­ner Kom­fort­zo­ne her­aus­ge­kom­men bin. In neun von zehn Fäl­len wür­de ich wahr­schein­lich ein Sushi-Essen mit Freun­den dem Nackt-Yoga vor­zie­hen, aber wenn ich das nächs­te Mal anfan­ge, die­ses “nur ein wei­te­rer Kör­per in einem Raum”-Gefühl zu ver­mis­sen, kannst du dar­auf wet­ten, dass ich zurück auf die Mat­te gehen werde.

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