Ich habe Nackt-Yoga versucht

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Ich habe Nackt-Yoga versucht, um mich befreit zu fühlen. Das ist passiert

Um es klar zu sagen: Nackt-Yoga zu machen, ging weit über die Gren­zen mei­ner Kom­fort­zo­ne hin­aus. Ich mache Nack­tyo­ga nicht in mei­ner eige­nen Woh­nung, geschwei­ge denn in einem Raum vol­ler ande­rer nack­ter Men­schen. Ich bin nicht in einem nack­ten Haus auf­ge­wach­sen – ich schla­fe nicht ein­mal nackt.

Was ist der Sinn von Nackt-Yoga?

Was hat das für einen Sinn, fra­gen Sie zu Recht. Ich könn­te es leicht unter “Din­ge, die ich für mei­ne Arbeit tue” able­gen, da es offen­sicht­lich eine tol­le Geschich­te ergibt. Aber tief im Inne­ren war ich als Yoga­leh­re­rin und Yoga­prak­ti­zie­ren­de neu­gie­rig: Wenn es nicht sexu­ell war, war­um gibt es dann eine Nackt-Yoga-Gemein­schaft in New York? War­um woll­ten die­se Yogis nackt prak­ti­zie­ren, zusam­men? Gab es eine Form von Kör­per-Geist-Ver­bin­dung, die ich ver­passt habe? Das muss­te ich herausfinden.

Als ich mich ent­schied teil­zu­neh­men, sag­te ich es nie­man­dem aus­ser mei­nem Mann (Gott seg­ne ihn). Ich woll­te außer der Suche nach einem Stu­dio kei­ne wei­te­ren Nach­for­schun­gen anstel­len, um die Erfah­rung zu doku­men­tie­ren, die ich machen woll­te – ich woll­te rei­nen Tisch machen. Und der Zeit­punkt fühl­te sich rich­tig an. Was könn­te als Frau mehr befä­hi­gen, die Angst zu spü­ren und es trotz­dem zu tun?

Natür­lich änder­te sich das alles in den zwei Stun­den vor dem Unter­richt. Ich schick­te Freun­den eine SMS und frag­te, ob jemand in mei­ner Yoga-Gemein­schaft Nackt-Yoga ver­sucht hät­te, ob ich mir eine Intim­ra­sur machen sol­len, ob es wich­tig sei, wel­che Unter­wä­sche ich tra­ge, ob ich vor­her duschen soll­te. Ihre über­wäl­ti­gen­de Ant­wort war: “lol Du bist ver­rückt, aber lass es mich wis­sen, wie dei­ne Nackt-Yoga Stun­de war”. Nach die­sem anfäng­li­chen Ner­ven­krieg wur­de mir klar, dass es bes­ser wäre, ein­fach so zu kom­men, wie ich war, also tat ich es.

Und dann traf es mich wie eine Tonne Ziegelsteine. Die Unsicherheit.

Als ich an der Tür ankam, wur­de mir schnell klar, dass es sich nicht um einen Yoga-Raum han­del­te, son­dern um ein Foto­stu­dio, das als sol­ches ein Neben­job hat­te. Alle waren noch ange­zo­gen und saßen auf ihren Mat­ten. Es gab vier Rei­hen von Mat­ten, zwei und zwei ein­an­der gegen­über­lie­gen­de, die einen Gang in der Mit­te bil­de­ten. Dann setz­te die Angst ein: Aus einem Raum mit etwa 25 bis 30 Per­so­nen war ich eine von vier Frau­en in dem Raum. Zwei waren mit ihrem Part­ner ver­ab­re­det, und die ande­re war unse­re Nackt Yogi­ni Leh­re­rin Wil­low. Ihre Klas­se, die Naked in Moti­on heißt, ist eine der weni­gen Pio­nie­re der Nackt-Yoga-Bewe­gung. Ich begann mich zu fra­gen, was zum Teu­fel ich hier wollte.

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Bevor das Nackt-Yoga begann, hielt Wil­low einen Vor­trag über Regeln und Gren­zen. Nie­mand darf ohne Zustim­mung ange­fasst wer­den – ein­schließ­lich ihrer Anpas­sun­gen der Aus­rich­tung. Kein Anstar­ren und abso­lut kein ” Crui­sen”, was den Ver­such bedeu­te­te, ein Date zu fin­den. Frau­en und Trans­folks hat­ten die Mög­lich­keit, ihren Slip anzu­be­hal­ten, aber alles Übri­ge muss­te ver­schwin­den. Durch die­se Abgren­zung fühl­te ich mich viel woh­ler, wenn nur die Tat­sa­che, dass ich mich ihr zuwand­te, mich kurz­zei­tig von dem ablenk­te, was auf mich zukam.

Zeit sich nackt auszuziehen!

“Jetzt zieht euch aus”, rief sie aus. Ich sah mich nicht um, son­dern kon­zen­trier­te mich auf mich selbst, was sich selt­sam sinn­lich anfühl­te. In die­sem Moment wünsch­te ich mir, ich hät­te ein T‑Shirt statt einer geknöpf­ten Blu­se getra­gen: Ich wür­de alles dafür geben, mich unbe­hol­fe­ner als sexy, lus­tig als weib­lich, süß als schön zu füh­len. Ich bin nicht hier, um so zu tun, als wäre das nicht schwer gewe­sen. Ich bin nicht der “Göttinnen”-Typ, der leicht alles aus­zie­hen und ein­fach sei­ne Weib­lich­keit akzep­tie­ren kann. Das Able­gen einer dün­nen Hül­le wur­de plötz­lich etwas ande­res: Akzep­tanz des­sen, was ist.

Wir haben einen schweiss­trei­ben­den Vin­ya­sa-Flow gemacht, und ich war so dank­bar dafür. Statt mei­ner umher­ir­ren­den Gedan­ken – viel­leicht hät­ten Sie an die­sem Wochen­en­de nicht zwei Crois­sants essen sol­len, bit­te fur­zen Sie nicht, das sind defi­ni­tiv die meis­ten Penis­se, die Sie je auf ein­mal gese­hen haben, wo wird Ihr Schweiß auf der Brust hin­flie­ßen, ich kann nicht glau­ben, dass es hier drin nicht schlim­mer riecht – habe ich getan, was ich konn­te. Ich dreh­te mich nach innen und kon­zen­trier­te mich auf mei­nen Atem.

Aus der Sicht der Moto­rik war es ziem­lich toll, nackt zu sein. Du und dein Leh­rer kön­nen Rota­tio­nen, Fle­xio­nen und sub­ti­le Fehl­stel­lun­gen sehen, die man durch ein T‑Shirt nicht sehen kann.

Habe ich mich also befreit gefühlt?

Nackt-Yoga
Nackt-Yoga

Mein Ver­stand mach­te einen Sprung weg von der Pra­xis und wur­de von dem abge­lenkt, was ich in unse­ren Kat­zen-/Kuh-Run­den sehen konn­te. Ich muss sagen, die nack­ten Kat­zen und Kühe waren das Schlimms­te an dem “nack­ten” Teil. Ja, es gab Arsch­lö­cher. Ja, ich sah sie, kam dar­über hin­weg und schloss mei­ne Augen, um nach innen zu gehen. Die meis­ten Posen waren so. Einen Krie­ger zwei nackt zu machen, war mei­ne Lieb­lings­stel­lung. Es war ver­letz­lich, stark, befrei­end, und es hat etwas inten­siv Ver­bin­den­des, in einem Raum mit einem Hau­fen von Men­schen zu sein, die die glei­che Bewe­gung in ihrem ursprüng­lichs­ten Zustand ausführen.

Die­se Erfah­rung ist nicht ein­zig­ar­tig. Als ich Wil­low nach dem häu­figs­ten Feed­back zum Nackt-Yoga frag­te, das sie von nack­ten Yoga­schü­lern erhält, sag­te sie: “Ich wür­de sagen, das häu­figs­te Feed­back, das ich von Leu­ten bekom­me, die am Unter­richt teil­ge­nom­men haben, ist, dass sie sich danach sehr befreit füh­len. Die Leu­te sagen mir, dass sie sich so frei füh­len! Ich höre auch Leu­te sagen, dass die Bewe­gung ohne Klei­dung so viel ein­fa­cher war.

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Leu­te berich­ten, dass sie Posen machen konn­ten, die sie vor­her nicht machen konn­ten, weil ihre Klei­dung sie ein­schränk­te, oder dass sie sich so toll fühl­ten, dass sie nichts, was hoch­rutsch­te oder her­un­ter­fiel, anpas­sen muss­ten. Ich stim­me dem zu. Ich fin­de es zu die­sem Zeit­punkt wirk­lich schwie­rig, Yoga mit Klei­dung zu machen”.

Es stimmt, es war ein­fa­cher, sich ohne die Ein­schrän­kung durch Klei­dung zu bewe­gen. Viel­leicht noch inter­es­san­ter ist der Dia­log mit sich selbst, der auf­taucht, sobald die Klei­dung aus­ge­zo­gen ist und wäh­rend des Unter­richts: Das “Was tue ich” und das “Schei­ße, ja, ich tue es” spricht wirk­lich die Dyna­mik zwi­schen dem Gefühl der Ermäch­ti­gung und der Ver­letz­lich­keit zur glei­chen Zeit an.

Als ich Wil­low nach Ver­letz­bar­keit frag­te, nick­te sie der Mut- und Scham­for­sche­rin Bre­né Brown zu. “Men­schen klei­den sich auf bestimm­te Art und Wei­se, um zu kom­mu­ni­zie­ren, wie sie von der Welt gese­hen wer­den wol­len, von seriö­sen Geschäfts­leu­ten bis hin zu Punk­ro­ckern. Wenn man sich aus­zieht, wenn man das Make-up abschwitzt, wenn man merkt, dass man ver­ges­sen hat, sich die Bei­ne zu rasie­ren, wenn man die Hals­ket­te abnimmt, weil sie im Weg ist, dann gibt es nichts mehr außer einem selbst, kei­ne Kis­ten mehr, in die man hin­ein­passt. Das ist ein sehr ver­wund­ba­rer Ort, der Raum “Wer bin ich wirk­lich? Aus mei­ner eige­nen Erfah­rung glau­be ich, dass die größ­te per­sön­li­che Ent­wick­lung aus Zei­ten kommt, in denen ich mich am ver­letz­lichs­ten füh­le, am nack­tes­ten! Nach­dem ich nun nack­tes Gemein­schaft­syo­ga aus­pro­biert habe, könn­te ich dem nicht mehr zustimmen.

Würde ich Nackt-Yoga wieder tun?

Viel­leicht… ich glau­be nicht, dass ich Nackt-Yoga in der Grup­pe wie­der tun wür­de, wenn Wil­low nicht die Aus­bil­de­rin wäre. Sie mach­te es unbe­fan­gen, wie kei­ne gro­ße Sache, und erin­ner­te uns dar­an, dass es wich­tig ist, manch­mal nackt zu sein. Ich glau­be, es ist wich­tig, mehr Zeit mit sich selbst zu ver­brin­gen, außer­halb der 10 Minu­ten unter der Dusche. Nackt zu sein muss nicht unbe­dingt sexu­ell sein; manch­mal soll­te es sogar nicht sein. Für mich war eine Nackt-Yoga-Stun­de mit einer Frau die direk­tes­te Art, im Hier und Jetzt zu sein und mich selbst bes­ser ken­nen zu ler­nen, vor allem im Kon­text mit ande­ren, die so anders sind als ich selbst. Ist das letzt­lich nicht der Zweck jeder Übung?

Seit die­ser Klas­se vor zwei Wochen habe ich mich ein paar Male allei­ne nackt auf die Mat­te gelegt.

 

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1 Kommentar zu „Ich habe Nackt-Yoga versucht“

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