(Nackt)-Yoga wissenschaftlich geprüft

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Heu­te ein­mal ein klei­ner Aus­flug in das Yoga all­ge­mein, es wird Yoga wis­sen­schaft­lich unter­sucht. In die­sem Arti­kel geht es nicht um Nackt-Yoga, son­der Yoga im all­ge­mei­nen. Yoga ein­mal Wis­sen­schaft­lich betrach­tet. Natür­lich lässt sich alles auch auf das Nackt-Yoga über­tra­gen, da ja der ein­zi­ge Unter­schied zwi­schen Yoga und Nackt-Yoga in der vor­han­de­nen oder eben nicht vor­han­de­nen Klei­dung besteht. Der Fak­tor der Inten­si­vi­tät beim Nackt-Yoga steht hier nicht im Vor­der­grund bzw. zur Dis­kus­si­on. Unter dem Video zum The­ma: (Nackt)-Yoga wis­sen­schaft­lich geprüft, fin­dest Du das Tran­script des Vide­os zum nachlesen.

Yoga wis­sen­schaft­lich geprüft
Video Tran­script

Wenn ich mir auf Insta­gram Yoga-Posts anschaue, fra­ge ich mich, wur­de das jetzt mit Selbst­aus­lö­ser gemacht? Oder war das ein orga­ni­sier­ter Foto-Shoot? Ist das alles nur ein Hype? Oder bringt Yoga wirk­lich was? Hat Yoga gesund­heit­li­che Vor­tei­le? Kör­per­li­che wie psy­chi­sche? Die wirk­lich wis­sen­schaft­lich nach­ge­wie­sen sind? Die For­schung hat mich ziem­lich über­rascht. Neben der Theo­rie gibt es natür­lich auch einen Pra­xis­test. Mit unse­rer rasen­den Repor­te­rin Saa­det. Ola, ola, Senori­ta. I’am back. Sie nennt sich selbst… – Depp für die Wis­sen­schaft. Für uns hat sie drei ver­schie­de­ne Yoga-Arten getes­tet. Wel­che davon die bes­te ist, was die Wis­sen­schaft dazu sagt, das klä­ren wir jetzt. Was ist Yoga über­haupt? Wenn ich an Yoga den­ke, den­ke ich an pure Ent­span­nung. Kari­bik-Musik, Wel­len­rau­schen. Ich und mein inne­res Ich, wir fin­den zusam­men. Ich dach­te, Yoga, da legt man sich so hin. Wenn man ver­sucht, eine kur­ze Defi­ni­ti­on von Yoga zu fin­den, dann stellt man fest: Das ist natür­lich ein sehr wei­tes Feld. Das ist Hol­ger Kra­mer. Er ist Psy­cho­lo­ge und For­schungs­lei­ter an der Kli­nik für Natur­heil­kun­de und inte­gra­ti­ve Medi­zin in Essen. Natur­heil­kun­de und inte­gra­ti­ve Medi­zin, das klingt für eine 08–15-Chemikerin unge­wohnt. Aber da ich bei mei­ner Recher­che auf eini­ge inter­es­san­te Stu­di­en von Hol­ger Kra­mer gesto­ßen bin, dach­te ich, ich sky­pe ein­fach mal mit ihm. Yoga, wie es heu­te meist prak­ti­ziert wird, umfasst vor allen Din­gen die bekann­ten Yoga-Hal­tun­gen. In sehr unter­schied­li­cher Aus­prä­gung, das kann sehr sanft sein. Bis sehr sport­lich. Oft sport­li­cher, als es scheint. Ich dach­te, ich wäre nicht die unsport­lichs­te Kar­tof­fel auf dem gan­zen Pla­ne­ten. Da waren Übung bei, die waren sehr schwie­rig zu hal­ten. Und die andern sahen dabei alle so ent­spannt aus. Ich nicht, ich bin rich­tig ins Schwit­zen gekom­men. Neben dem Bewe­gungs­aspekt umfasst Yoga auch spe­zi­el­le Atem- und Medi­ta­ti­ons­tech­ni­ken. Yoga kann total viel umfas­sen. Wenn wir nach Indi­en gucken, hat­te Yoga frü­her eine star­ke spi­ri­tu­el­le Kon­no­ta­ti­on. Es stammt aus der indi­schen Phi­lo­so­phie und Spi­ri­tua­li­tät. Es ist durch den Kon­takt mit dem Wes­ten auch in Indi­en sehr stark zu einer Gesund­heits­pra­xis gewor­den. Gesund­heits­pra­xis. Hol­ger Kra­mer unter­sucht Yoga als Zusatz­the­ra­pie bei ver­schie­de­nen Krank­hei­ten. Was steckt dahin­ter? Span­nend ist die For­schung zu Atmung und Gesund­heit. Man könn­te mei­nen, Atmen ist eine so grund­le­gen­de Über­le­bens­funk­ti­on, was kann man da schon viel falsch oder rich­tig machen? Wir atmen manch­mal zu flach, zu schnell oder zu viel durch den Mund. Vor allem, wenn wir gestresst sind. Es ist etwas dran an der Emp­feh­lung, bei Stress erst mal ruhig durch­zu­at­men. In einer Prü­fung oder vor einem wich­ti­gen Vor­trag. Dass Atmung nicht nur Luft­ho­len ist, son­dern Ein­fluss auf unser Ner­ven­sys­tem hat, ist inzwi­schen wis­sen­schaft­lich ganz gut belegt. Wenn man sehr spe­zi­ell in die Atmung ein­greift, wie es im Yoga der Fall ist, kann man rela­tiv vie­le phy­sio­lo­gi­sche Sys­te­me beein­flus­sen. Bestimm­te Atem­tech­ni­ken kön­nen Neu­ro­trans­mit­ter im Gehirn sti­mu­lie­ren. Zum Bei­spiel: Das ist ein Neu­ro­trans­mit­ter, ein Signal-Mole­kül. Das Gehirns­ak­ti­vi­tä­ten run­ter­re­gelt oder hemm­mt. Die hem­men­de Wir­kung ist ziem­lich wich­tig für unser Gehirn. Dass wir akti­ve Gehirn­zel­len brau­chen, das ist klar. Aber auf der ande­ren Sei­te sind wir so vie­len Rei­zen aus­ge­setzt, dass es sonst eine völ­li­ge Reiz-Über­flu­tung wäre. Wir wären gar nicht mehr dazu in der Lage, Infor­ma­tio­nen zu ord­nen. Oder zwi­schen ver­schie­de­nen Rei­zen zu dif­fe­ren­zie­ren. Die­se Hem­mung braucht unser Gehirn auch, um zu ver­hin­dern, dass Schalt­krei­se im Gehirn über­steu­ern. Und sozu­sa­gen eine Rück­kopp­lung ent­steht. * Rück­kopp­lungs­ge­räusch * Das pas­siert näm­lich bei einem epi­lep­ti­schen Anfall. Des­halb wer­den bei Epi­lep­sie auch Medi­ka­men­te ein­ge­setzt, die die Gaba-Kon­zen­tra­ti­on erhö­hen. Dass Yoga über die Atem­übun­gen und die GABA-Erhö­hung auch gegen Epi­lep­sie hel­fen könn­te, dafür gibt es bis­her kei­ne belast­ba­ren wis­sen­schaft­li­chen Daten. Doch GABA hat vie­le Funk­tio­nen. Es hilft uns nicht nur bei der Kon­zen­tra­ti­on, auch bei der Ent­span­nung. Des­halb spielt es eine Rol­le bei Krank­hei­ten, die mit Stress in Ver­bin­dung ste­hen. Etwa Blut­hoch­druck. Stress senkt den Gaba-Spie­gel, Yoga kann ihn wie­der erhö­hen. Yoga kann zwar nicht allei­ne eine wirk­sa­me The­ra­pie gegen Blut­hoch­druck sein, aber als Zusatz­the­ra­pie zu kon­ven­tio­nel­len Metho­den, zu ent­spre­chen­den Medi­ka­men­ten, kann Yoga durch­aus hel­fen. Dazu gibt es eini­ge ran­do­mi­sier­te, kon­trol­lier­te Stu­di­en. In denen Yoga als Zusatz­the­ra­pie den Blut­druck wei­ter sen­ken kann. Unse­re Atmung kann auch unse­re kogni­ti­ven Leis­tun­gen beein­flus­sen. Es gibt ganz neue For­schungs­er­geb­nis­se, die zei­gen, dass Atmung unser Gehirn zum Schwin­gen bringt. Lan­ge glaub­te man, dass die­se Schwan­kun­gen Hin­ter­grund­rau­schen sind. Aber jetzt hat man gezeigt, dass Atmung die Akti­vi­tät der gesam­ten Groß­hirn­rin­de syn­chro­ni­siert. Und dass die­se Akti­vi­tät unse­rem Atem­rhyth­mus folgt. Die­se Stu­die zeigt, dass Atmung sogar unse­re Merk­fä­hig­keit beein­flusst. Die Stu­di­en­teil­neh­mer beka­men in der ers­ten Pha­se des Expe­ri­ments 180 ver­schie­de­ne Bil­der zu sehen, für je eine hal­be Sekun­de. Die sie sich mög­lichst gut mer­ken soll­ten. Nach 20 Minu­ten Pau­se beka­men die Teil­neh­mer in einer zwei­ten Pha­se wie­der ganz vie­le Bil­der gezeigt, und zwar eine Mischung aus den bereits gezeig­ten Bil­dern, aus Pha­se eins, und neu­en Bil­dern. Die Teil­neh­mer muss­ten die gemerk­ten Bil­der unter den neu­en wie­der­erken­nen. Es ist voll krass, es stell­te sich her­aus, dass die Teil­neh­mer in Pha­se eins sich die Pha­se dann beson­ders gut mer­ken konn­ten, wenn die Bil­der zum Zeit­punkt des Ein­at­mens erschie­nen. Vor allem, wenn die Teil­neh­mer durch die Nase ein­at­me­ten. Abge­fah­ren, oder? Die­se Stu­di­en bele­gen natür­lich nicht die Wirk­sam­keit von Atem­übun­gen beim Yoga. Aber sie zei­gen über­ra­schend deut­lich, dass Atmen mehr ist als nur Luft zu holen. Des­halb ist es zumin­dest plau­si­bel, dass man beim Yoga ver­sucht, Ent­span­nung oder mehr zu gewin­nen, indem man Atmen bewusst übt. Dass Atmen geübt sein will, das merkt man schnell, wenn man sich mal an einer Atem-Medi­ta­ti­on ver­sucht. Bei der Atem-Medi­ta­ti­on kon­zen­triert man sich ganz auf sei­ne Atmung, auf das Heben und Sen­ken von Bauch und Brust, auf die Luft, wie sie ein- und aus­strömt, und auf sonst nichts. Und das ist schwie­ri­ger, als es klingt. Anfän­gern emp­fiehlt man zum Bei­spiel, ihre Atem­zü­ge zu zäh­len. Damit man nicht so leicht abschweift. 1, 1. 2, 2. Sobald man in ande­re Gedan­ken abschweift, fängt man wie­der von vor­ne an. Macht das mal und schreibt in die Kom­men­ta­re, wie vie­le Atem­zü­ge ihr geschafft habt, ohne an etwas ande­res zu den­ken. Es ist erstaun­lich schwie­rig, hier kon­zen­triert zu blei­ben. Am Ende ver­ra­te ich euch noch eine wei­te­re Atem­übung. Die könnt ihr dann in Stress­si­tua­tio­nen anwen­den. Aber gehen wir jetzt erst mal von Atem weg, bzw. wei­ter. Was ist mit den gan­zen Yoga-Posen? Wel­chen Zweck haben die eigent­lich? Zunächst ein­mal ist Yoga Bewe­gung. Und je nach­dem, wel­chen Kurs man belegt, auch rich­tig Sport. Da Saa­det ja sonst sport­li­cher unter­wegs ist, hat sie sich drei ver­schie­de­ne eher sport­li­che Yoga-Kur­se raus­ge­sucht. Ein­mal tra­di­tio­nel­les Ashtan­ga Yoga. Es war eine super ange­neh­me Atmo­sphä­re in die­sem Yoga-Stu­dio. Wir kamen da rein, da lief ein biss­chen Musik im Hin­ter­grund. Alle waren super nett und lieb. Haben auch irgend­wie schon so lei­se gere­det. Das war ganz unge­wohnt für mich. Es war gar nicht so ein­fach, wie ich gedacht habe. Zwi­schen­durch habe ich mich voll ent­spannt. Aber es war auch echt anstren­gend. Dann ein­mal Hot-Yoga. Wir haben im Raum 39–40 Grad Cel­si­us. Und ein­mal Aeri­al-Yoga. Auf die gehen wir gleich noch genau­er ein. Dass Bewe­gung gut ist, wis­sen wir ja. Bei chro­ni­schen Rücken­schmer­zen ist Bewe­gung eine kon­ven­tio­nel­le The­ra­pie. Phy­sio­the­ra­pie oder Stret­ching. Hier hat sich gezeigt, dass Yoga mit den kon­ven­tio­nel­len Metho­den ganz gut mit­hal­ten kann. Also eine ernst zu neh­men­de The­ra­pie-Alter­na­ti­ve ist. Aber Yoga ist nicht nur eine Art Sport oder Bewe­gung. Macht es ein Unter­schied, ob ich bestimm­te Asa­nas aus­füh­re? Oder irgend­wel­che Gym­nas­tik-Bewe­gun­gen mache? Zumin­dest kann man, im Ver­gleich zu vie­len ande­ren Sport­ar­ten, fest­stel­len, … dass die Yoga-Übun­gen oft gar nicht so inten­siv sind. Dass man oft in einem Bereich ist, wo man sagt, es reicht noch nicht, um es als Herz-Kreis­lauf-Trai­ning zu klas­si­fi­zie­ren. Es ist eine zu gerin­ge Inten­si­tät, um zu sagen, dass Herz-Kreis­lauf-Sys­tem wird genug ange­regt. Um zu sagen, es ist ein wirk­sa­mes Trai­ning. Es wirkt aber trotz­dem. Wir haben trotz­dem eine Reduk­ti­on von Herz-Kreis­lauf-Risi­ko­fak­to­ren. Irgend­was muss da drin sein, was noch wirkt, wenn die Bewe­gung eigent­lich gar nicht inten­siv genug ist. Einen ähn­li­chen Effekt stell­te Hol­ger Kra­mer fest bei einer Stu­die zu Yoga und Gewichts­ab­nah­me. Wo wir zei­gen konn­ten, dass durch Yoga über­ge­wich­ti­ge Teil­neh­me­rin­nen Gewicht redu­zie­ren konn­ten, Bauch­um­fang abneh­men. Wenn man das mal aus­rech­net, ist das alles gar nicht inten­siv genug, um wirk­lich eine Kalo­rien­re­duk­ti­on hin­zu­be­kom­men. Dass die­se Gewichts­ab­nah­me sein dürf­te. Es scheint die Medi­ta­ti­on, ver­än­der­tes Ess­ver­hal­ten, Acht­sam­keit, das scheint eine Rol­le zu spie­len. Der Bewe­gungs­aspekt lässt sich also schwer von ande­ren Yoga-Aspek­ten tren­nen. Aber viel­leicht ist genau des­we­gen Yoga so posi­tiv, weil es nicht nur Bewe­gung oder nur Medi­ta­ti­on ist, son­dern einen gesam­ten Lebens­stil beein­flus­sen kann. Der poten­ti­el­le Anwen­dungs­be­reich von Yoga als The­ra­pie ist jeden­falls erstaun­lich groß. Wenn man bei Depres­sio­nen guckt, weiß man, dass Bewe­gung bei Depres­sio­nen gene­rell gut ist. Es gibt auch gute Hin­wei­se, dass Medi­ta­ti­on bei Depres­sio­nen gut hel­fen kann. Sodass Yoga als Kom­bi­na­ti­on auch wie­der recht nahe­lie­gend ist. Wenn wir in sehr schwer­wie­gen­de neu­ro­psych­ia­tri­sche Stö­run­gen kom­men, reicht Yoga wahr­schein­lich nicht. Aber im Bereich der Depres­si­on haben wir sehr gute Hin­wei­se mit sehr star­ken Effekt-Stär­ken. Bei leich­ten depres­si­ven Stö­run­gen. Bei einer mani­fes­ten majo­ren Depres­si­on. Da ist Yoga wahr­schein­lich nicht son­der­lich wirk­sam. Auch der Ein­satz bei Krebs-Pati­en­ten, bei Brust­krebs-Pati­en­tin­nen, wird viel unter­sucht. Wenn man sich Krebs anguckt, Yoga wird nie zur Behand­lung des Kreb­ses ein­ge­setzt. Die Stu­di­en dre­hen sich immer um Sym­pto­me der Krebs­er­kran­kung. Oder auch mit Neben­wir­kun­gen der Che­mo­the­ra­pie umzu­ge­hen. Yoga hat also Poten­zi­al als Begleit­the­ra­pie bei Krebs. Es geht um Mil­de­rung von Neben­wir­kun­gen oder Sym­pto­men. Um ein gestei­ger­tes Wohl­be­fin­den, um Stress-Reduk­ti­on. Vie­le Krebs-Pati­en­ten bre­chen tat­säch­lich ihre The­ra­pie ab. Weil sie die Neben­wir­kun­gen nicht mehr aus­hal­ten. Wenn man es schafft, die­se Neben­wir­kun­gen zu mil­dern, dann kann das über den The­ra­pie-Erfolg ent­schei­den. Die­ses Pro­blem haben wir schon bei unse­rem Video über den Pla­ce­bo-Effekt anklin­gen las­sen. Des­we­gen den­ke ich schon, dass der Grund­an­satz die­ser Kli­nik, kon­ven­tio­nel­le The­ra­pien anwen­den, aber durch Zusatz­me­tho­den, wie zum Bei­spiel Yoga, zu ergän­zen, dass das durch­aus wirk­sam sein kann. Dass es so viel Yoga-For­schung zu Brust­krebs und nicht zu ande­ren Krebs­ar­ten gibt, das liegt übri­gens nicht an der Krebs­art an sich, son­dern dar­an, … Dass die typi­schen Yoga-Nut­zer meist jün­ge­re Frau­en sind. Was häu­fi­ger die Popu­la­ti­on ist, die an Brust­krebs erkrankt. Sodass dort auch ein­fach eine höhe­re Nach­fra­ge ist. Frau­en mit Brust­krebs nut­zen Yoga und fra­gen Yoga nach. Mehr als älte­re Män­ner mit Darm­krebs. Die füh­len sich durch Yoga nicht so ange­spro­chen. Gene­rell ist Brust­krebs in vie­len Berei­chen deut­lich bes­ser unter­sucht als ande­re Krebs­ar­ten. Von den Pati­en­tin­nen gibt es sehr gro­ße Bewe­gun­gen. Es gibt sehr gro­ße Selbst­hil­fe­grup­pen. Die auch For­schung, gera­de in dem Bereich, ein­for­dern. Es gibt vie­le Stu­di­en zu Yoga und Gesund­heit. Aber was mich echt stört, dass die meis­ten metho­disch ziem­lich schwam­mig sind. Das ist ein ganz wun­der Punkt in der Yoga-For­schung. Es ist in der kli­ni­schen For­schung das Ide­al des dop­pel-blin­den pla­ce­bo-kon­trol­lier­ten Medi­ka­men­ten-Tri­als. Treue Freun­de der Son­ne wis­sen, wovon Hol­ger Kra­mer spricht. Man kann in Yoga-Stu­di­en natür­lich Kon­troll­grup­pen haben. Man kann Teil­neh­mer ver­glei­chen, die Yoga-Stun­den bekom­men, mit wel­chen, die kei­ne bekom­men, aber natür­lich bekommt man hier kei­ne Ver­blin­dung hin. Nicht wie bei Medi­ka­men­ten und Pla­ce­bos. Wo die Stu­di­en­teil­neh­mer nicht wis­sen, ob sie einen Wirk­stoff bekom­men. Außer­dem sind die Yoga-Inter­ven­tio­nen, Art und Wei­se, wie Yoga ange­wen­det wird, von Stu­die zu Stu­die unter­schied­lich. Die Yoga-Inter­ven­ti­on hängt sehr stark vom Zen­trum ab, wo es durch­ge­führt wur­de, vom Yoga-Leh­rer, der dabei ist, auch von den Wis­sen­schaft­lern, die eige­ne Vor­er­fah­run­gen haben. Da haben wir sehr unter­schied­li­che Yoga-For­men. Es ist schwie­rig, wenn man sagt, wir fas­sen alles zusam­men. Des­halb kann man von dem aktu­el­len Stand der Yoga-For­schung nicht davon aus­ge­hen, dass eine posi­ti­ve Wir­kung auf kon­kre­te Yoga-Posen zurück­zu­füh­ren ist. Viel­mehr muss man davon aus­ge­hen, dass Yoga, als Form von Bewe­gung, ähn­lich wie ande­re For­men von Bewe­gung, gesund ist. Hier jetzt auch noch gepaart mit Stress-Reduk­ti­on durch Atem-Übun­gen, Medi­ta­ti­ons­übun­gen, und wahr­schein­lich auch einem all­ge­mein ent­spann­te­ren Life­style. Was ist mit so kras­se­ren For­men wie Hot-Yoga? Beim Hot-Yoga begibt man sich in einen 40 Grad Cel­si­us hei­ßen Raum. Mich hat der Schlag getrof­fen, als ich in den Raum gelau­fen bin. Man ist gegen eine Wand gelau­fen, weil es so warm da drin war. Schon nach den Auf­wärm­übun­gen habe ich geschwitzt. 26 bestimm­te Asa­nas wer­den in einer bestimm­ten Rei­hen­fol­ge gemacht. Jetzt den Arm nach oben, den Arm nach unten… Das war rich­tig schnell hin­ter­ein­an­der. Mei­ne ers­te Stun­de, des­halb war ich über­for­dert. Ich hab stän­dig die Sachen nicht da hin­ge­kriegt, wo sie hin muss­ten. Ich habe mich ver­kno­tet und wäh­rend­des­sen sehr viel geschwitzt. Ent­spannt sieht das jeden­falls nicht aus. Saa­dets Trai­ner erklärt uns, dass der Anfang zwar schwer sei. Aber durch das Ver­in­ner­li­chen der Rei­hen­fol­ge und den strik­ten Ablauf, da käme man in eine Art medi­ta­ti­ven Zustand. Es gibt ein­zel­ne Stu­di­en, die zei­gen kön­nen, dass Hot-Yoga wirk­sam ist, bei Pati­en­ten mit Herz­er­kran­kun­gen. Dass es die Elas­ti­zi­tät der Gefä­ße erhöht. Dass es Sym­pto­me ver­rin­gern kann. Die Stu­di­en haben aller­dings metho­di­sche Män­gel. Die wür­de ich auch durch­aus hin­ter­fra­gen. Für mich ist es bis­her nicht über­zeu­gend, dass es wirk­lich Herz-Kreis­lauf- för­der­li­che Wir­kung hat. Ich wäre auch durch­aus vor­sich­tig. Das medi­zi­nisch vor­er­krank­ten Pati­en­ten zu emp­feh­len. Ich emp­feh­le sowie­so nicht, mache nur For­schung. Aber ich wür­de Kol­le­gen auch nicht raten, spe­zi­ell Hot-Yoga zu emp­feh­len. Dafür ist die Daten­la­ge ein­fach zu gering. In die­ser klei­nen Stu­die ließ man Teil­neh­mer drei Mona­te lang Hot-Yoga prak­ti­zie­ren. Damit mei­ne ich die 26 Asa­nas. Ein­mal in einem hei­ßen Raum. Ein­mal in einem nor­mal tem­pe­rier­ten Raum. Die “hei­ße” Grup­pe hat­te zwar nach die­sem Expe­ri­ment weni­ger Kör­per­fett. Aber in Sachen Gefäß-Gesund­heit und ‑Elas­ti­zi­tät fand man kei­nen Unter­schied zwi­schen den bei­den Grup­pen. Aller­dings sah man bei bei­den Grup­pen eine Ver­bes­se­rung gegen­über der Kon­troll­grup­pe, die gar kein Yoga mach­te. Soll­ten sich die­se Ergeb­nis­se in wei­te­ren Unter­su­chun­gen bestä­ti­gen, hie­ße das, dass die kar­dio­vasku­lä­re Wir­kung von Hot-Yoga gar nichts mit der Hot­ness zu tun hat. Was mit Sicher­heit bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren bes­ser geht, in gewis­se Yoga-Hal­tun­gen hin­ein­zu­kom­men. Dass man ver­meint­lich fle­xi­bler wird. Man ist gelen­ki­ger und kommt bes­ser in schwie­ri­ge Yoga-Hal­tun­gen. Wobei das aber wahr­schein­lich ein Trug­schluss ist. Dass man gar nicht wirk­lich gelen­ki­ger wird. Son­dern ein­fach nur der Wider­stand gerin­ger wird. Und man die Gelen­ke genau­so über­las­tet. Wenn man in den Lotus-Sitz in nor­mal tem­pe­rier­ten Räu­men nicht rein kommt, in stark erhitz­ten Räu­men wür­de man rein­kom­men, weil das Gewe­be ein biss­chen beweg­li­cher wird, ist die Belas­tung für die Hüf­te genau­so groß. Wenigs­tens wur­den bis­her kei­ne gefähr­li­chen Neben­wir­kun­gen oder Risi­ken von Hot-Yoga fest­ge­stellt. Solan­ge man gesund ist und genug trinkt. Jun­ge, gesun­de, sport­li­che Men­schen, die kön­nen das mit Sicher­heit mal aus­pro­bie­ren. Gut, dass Saa­det jung, gesund und sport­lich ist. Doch es muss ja noch nicht mal Hot-Yoga sein. Nur weil es ent­spannt aus­sieht und ent­span­nend ist, muss es nicht frei von Risi­ken sein. Hol­ger Kra­mer beschäf­tigt sich in letz­ter Zeit ver­mehrt mit Risi­ken und uner­wünsch­ten Neben­wir­kun­gen von Yoga. Es gibt eine ganz spe­zi­el­le War­nung bei Yoga. Für alle, die unter einem Grü­nen Star oder Glau­kom lei­den. Beim Grü­nen Star liegt eine Abfluss-Stö­rung im Auge vor. Der Augen­in­nen­druck erhöht sich immer mehr. Beim Kopf­stand, beim Schul­ter­stand, da ist nach­ge­wie­sen, dass sich der Augen­in­nen­druck erhöht. Dass Pati­en­ten mit einer Vor­ge­schich­te von Glau­kom dadurch eine Ver­schlim­me­rung ver­ur­sa­chen kön­nen. Was bis zur Erblin­dung füh­ren kann, also nicht tri­vi­al ist. Davon abge­se­hen gibt es beim Yoga, genau wie bei ande­ren Sport­ar­ten, eine Ver­let­zungs­ge­fahr, wenn man die Bewe­gun­gen falsch aus­führt. Die Ver­let­zungs­ge­fahr hängt gar nicht so stark vom Yoga-Stil ab. Das Power-Yoga, eine sehr inten­si­ve Yoga-Pra­xis, die eher als Work­out genutzt wird, hat ein etwas höhe­res Ver­let­zungs­ri­si­ko. Ansons­ten sind die rela­tiv ähn­lich. Aber das Ver­let­zungs­ri­si­ko steigt, wenn Leu­te vor­her nicht bei einem Yoga-Leh­rer waren. Wenn man Yoga nur durch You­Tube-Vide­os lernt, dann ist die Ver­let­zungs­ge­fahr deut­lich höher, als wenn man es wirk­lich von einem Men­schen lernt. Soviel könnt ihr aus die­sem You­Tube-Video mit­neh­men, You­Tube-Vide­os hel­fen nicht immer. Was ist mit spe­zi­el­len Sachen, wie Aeri­al-Yoga? Saa­dets bes­te Freun­din und mei­ne Funk-Kol­le­gin Lisa-Sophie Lau­rent macht regel­mä­ßig Aeri­al-Yoga. Sie hat immer davon geschwärmt, wie cool das ist. Dass das Spaß macht. Dass ihr das hilft, im All­tag run­ter­zu­kom­men. Des­we­gen hat­te ich gro­ße Erwar­tun­gen. Ich kam da rein, es war ein Rie­sen-Stu­dio. Da hin­gen so Sei­le. Ich dach­te: “Alles klar.” Ich hof­fe, ich bre­che mir hier heu­te nicht das Genick. Zu Aeri­al-Yoga gibt es, wie ihr euch sicher vor­stel­len könnt, bis­her gar kei­ne For­schung. Wahr­schein­lich wird sich das so schnell auch nicht ändern. Es ist gene­rell ein Pro­blem, dass es kaum Gel­der gibt für Yoga-For­schung. Vie­le die­ser Stu­di­en sind von pri­va­ten Ver­bän­den finan­ziert. Wie zum Bei­spiel vom Berufs­ver­band der Yoga-Leh­ren­den in Deutsch­land. Und das sehe ich natür­lich sehr kri­tisch. Wenn Inter­es­sens­grup­pen Stu­di­en unter­stüt­zen, gibt es immer die Mög­lich­keit, dass Inter­es­sens­kon­flik­te auf­tre­ten. Was wir immer machen, dass wir das Stu­di­en-Design, die Stu­di­en-Aus­wer­tung, Inter­pre­ta­ti­on, Ver­öf­fent­li­chung kom­plett bei uns liegt. Der Berufs­ver­band in kei­ner Pha­se der Stu­di­en­pla­nung und Aus­wer­tung mit­re­det. Über die Stu­die hin­aus haben wir kein per­sön­li­ches Inter­es­se dar­an, ich bin kein Yoga-Leh­rer, ver­die­ne kein Geld damit, wir ver­öf­fent­li­chen größ­ten­teils in kon­ven­tio­nel­len Zeit­schrif­ten. Wir stel­len uns der Begut­ach­tung der Kol­le­gen, der Kri­tik. Vie­le die­ser Stu­di­en sind in ange­se­he­nen Jour­nals publi­ziert. Und wur­den auch von ande­ren Wis­sen­schaft­lern geprüft. Es spricht zumin­dest aus mei­ner Sicht nichts dage­gen, es ein­fach mal aus­zu­pro­bie­ren. Dass Yoga, rich­tig ange­wen­det, Stress redu­zie­ren kann, so viel kann man sicher­lich fest­hal­ten. Und dann ist es auch gut, dass es so vie­le sehr ver­schie­de­ne Yoga-For­men gibt. Wo jeder sei­nen Stil fin­den kann. Von sehr spi­ri­tu­ell bis zu sehr sport­lich. Denn wich­tig ist, dass man eine Yoga-Form fin­det, an der man lang­fris­tig Spaß hat. Eins hat Saa­det sicher­lich aus ihrem Selbst­ver­such gelernt, nach einer Yoga­stun­de ist man noch nicht Zen. Wel­ches von den drei hat dir am bes­ten gefal­len? Das ist schwie­rig, nein, jetzt sind die ande­ren sau­er. Aeri­al-Yoga war am cools­ten. Es hat auch Spaß gemacht, die­se Übun­gen aus­zu­pro­bie­ren. Das Team war auch super. Aber alle waren nett. Ich habe gelernt, alle Leu­te, die Yoga machen, sind nett. Das ist mein Lear­ning. Ich fin­de, die Yoga-For­schung zeigt vor allem eines: die Wir­kung scheint nicht an bestimm­ten Yoga-Arten oder Yoga-Posen zu lie­gen, dafür ist Yoga viel zu viel­fäl­tig. Es geht hier viel­mehr um einen Lebens­stil, um Stress-Reduk­ti­on. Um Acht­sam­keit, um Bewe­gung, um gesün­de­re Ernäh­rung. Das kann man mit Yoga sicher hin­be­kom­men, aber bestimmt auch anders. Sei es durch Sport oder regel­mä­ßi­ge Tee-Zere­mo­nien. Schreibt doch mal in die Kom­men­ta­re, was für Erfah­run­gen ihr mit Yoga habt. Oder ob ihr irgend­wel­che ande­ren Frei­zeit-Tipps habt, für ein ent­spann­te­res Leben. Dann kön­nen sich die ande­ren davon inspi­rie­ren las­sen. Und wenn ihr Vor­schlä­ge habt, was Saa­det in Zukunft als Selbst­ver­such tes­ten kann, dann schreibt es bit­te auch ger­ne in die Kom­men­ta­re. Unter dem # stunt­saa­det. Und jetzt kommt noch die ver­spro­che­ne Atem­übung. Ihr seid in einer stres­si­gen Situa­ti­on, wollt ein paar­mal tief durch­at­men. Durch die Nase, euch auf den Atem kon­zen­trie­ren. Weil das nicht ganz ein­fach ist, hel­fen euch eure zwei Fin­ger. Ihr könnt immer abwech­selnd ein Nasen­loch zu hal­ten, durch das ande­re kon­zen­triert tief ein- und aus­at­men. Die­se klei­ne kör­per­li­che Hil­fe­stel­lung macht es viel ein­fa­cher, sich auf den Atem zu kon­zen­trie­ren. Wenn ihr wollt, könnt ihr eure ande­re Hand auf den Bauch legen. Und dar­auf ach­ten, dass die Luft rich­tig rein strömt. Dass sich der Bauch hebt und senkt. Wir sehen uns nächs­te Woche. Bis dahin, bleibt entspannt.

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Wie gesund ist (Nackt)-Yoga wirklich?

Wir che­cken die medi­zi­ni­sche For­schung – und machen den Praxistest.

Wenn ich mir auf Insta­gram Yoga-Posts anschaue, fra­ge ich mich, wur­de das jetzt mit Selbst­aus­lö­ser gemacht? Oder war das ein orga­ni­sier­ter Foto-Shoot? Ist das alles nur ein Hype? Oder bringt Yoga wirk­lich was? Hat Yoga gesund­heit­li­che Vor­tei­le? Kör­per­li­che wie psy­chi­sche? Die wirk­lich wis­sen­schaft­lich nach­ge­wie­sen sind?

Die For­schung hat mich ziem­lich über­rascht. Neben der Theo­rie gibt es natür­lich auch einen Pra­xis­test. Mit unse­rer rasen­den Repor­te­rin Saa­det. Für uns hat sie drei ver­schie­de­ne Yoga-Arten getes­tet. Wel­che davon die bes­te ist, was die Wis­sen­schaft dazu sagt, das klä­ren wir jetzt.

Was ist Yoga überhaupt?

Wenn ich an (Nackt)-Yoga den­ke, den­ke ich an pure Ent­span­nung. Kari­bik-Musik, Wel­len­rau­schen. Ich und mein inne­res Ich, wir fin­den zusam­men. Ich dach­te, (Nackt)-Yoga, da legt man sich so hin. Wenn man ver­sucht, eine kur­ze Defi­ni­ti­on von Yoga zu fin­den, dann stellt man fest: Das ist natür­lich ein sehr wei­tes Feld.

Das ist Hol­ger Kra­mer. Er ist Psy­cho­lo­ge und For­schungs­lei­ter an der Kli­nik für Natur­heil­kun­de und inte­gra­ti­ve Medi­zin in Essen. Natur­heil­kun­de und inte­gra­ti­ve Medi­zin, das klingt für eine 08–15-Chemikerin unge­wohnt. Aber da ich bei mei­ner Recher­che auf eini­ge inter­es­san­te Stu­di­en von Hol­ger Kra­mer gesto­ßen bin, dach­te ich, ich sky­pe ein­fach mal mit ihm.

Yoga, wie es heu­te meist prak­ti­ziert wird, umfasst vor allen Din­gen die bekann­ten Yoga-Hal­tun­gen. In sehr unter­schied­li­cher Aus­prä­gung, das kann sehr sanft sein. Bis sehr sport­lich. Oft sport­li­cher, als es scheint.

Ich dach­te, ich wäre nicht die unsport­lichs­te Kar­tof­fel auf dem gan­zen Pla­ne­ten. Da waren Übung bei, die waren sehr schwie­rig zu hal­ten. Und die andern sahen dabei alle so ent­spannt aus. Ich nicht, ich bin rich­tig ins Schwit­zen gekom­men. Neben dem Bewe­gungs­aspekt umfasst (Nackt)-Yoga auch spe­zi­el­le Atem- und Medi­ta­ti­ons­tech­ni­ken. (Nackt)-Yoga kann total viel umfassen.

Wenn wir nach Indi­en gucken, hat­te Yoga frü­her eine star­ke spi­ri­tu­el­le Kon­no­ta­ti­on. Es stammt aus der indi­schen Phi­lo­so­phie und Spi­ri­tua­li­tät. Es ist durch den Kon­takt mit dem Wes­ten auch in Indi­en sehr stark zu einer Gesund­heits­pra­xis geworden.

Gesundheitspraxis

Hol­ger Kra­mer unter­sucht Yoga als Zusatz­the­ra­pie bei ver­schie­de­nen Krank­hei­ten. Was steckt dahin­ter? Span­nend ist die For­schung zu Atmung und Gesund­heit. Man könn­te mei­nen, Atmen ist eine so grund­le­gen­de Über­le­bens­funk­ti­on, was kann man da schon viel falsch oder rich­tig machen?

Wir atmen manch­mal zu flach, zu schnell oder zu viel durch den Mund. Vor allem, wenn wir gestresst sind. Es ist etwas dran an der Emp­feh­lung, bei Stress erst mal ruhig durch­zu­at­men. In einer Prü­fung oder vor einem wich­ti­gen Vor­trag. Dass Atmung nicht nur Luft­ho­len ist, son­dern Ein­fluss auf unser Ner­ven­sys­tem hat, ist inzwi­schen wis­sen­schaft­lich ganz gut belegt. Wenn man sehr spe­zi­ell in die Atmung ein­greift, wie es im Yoga der Fall ist, kann man rela­tiv vie­le phy­sio­lo­gi­sche Sys­te­me beein­flus­sen. Bestimm­te Atem­tech­ni­ken kön­nen Neu­ro­trans­mit­ter im Gehirn sti­mu­lie­ren. Zum Beispiel:

Das ist ein Neu­ro­trans­mit­ter, ein Signal-Mole­kül. Das Gehirn­ak­ti­vi­tä­ten run­ter regelt oder hemmt. Die hem­men­de Wir­kung ist ziem­lich wich­tig für unser Gehirn. Dass wir akti­ve Gehirn­zel­len brau­chen, das ist klar. Aber auf der ande­ren Sei­te sind wir so vie­len Rei­zen aus­ge­setzt, dass es sonst eine völ­li­ge Reiz-Über­flu­tung wäre. Wir wären gar nicht mehr dazu in der Lage, Infor­ma­tio­nen zu ord­nen. Oder zwi­schen ver­schie­de­nen Rei­zen zu differenzieren.

Die­se Hem­mung braucht unser Gehirn auch, um zu ver­hin­dern, dass Schalt­krei­se im Gehirn über­steu­ern. Und sozu­sa­gen eine Rück­kopp­lung ent­steht. Das pas­siert näm­lich bei einem epi­lep­ti­schen Anfall. Des­halb wer­den bei Epi­lep­sie auch Medi­ka­men­te ein­ge­setzt, die die Gaba-Kon­zen­tra­ti­on erhöhen.

Dass Yoga über die Atem­übun­gen und die GABA-Erhö­hung auch gegen Epi­lep­sie hel­fen könn­te, dafür gibt es bis­her kei­ne belast­ba­ren wis­sen­schaft­li­chen Daten. Doch GABA hat vie­le Funk­tio­nen. Es hilft uns nicht nur bei der Kon­zen­tra­ti­on, auch bei der Ent­span­nung. Des­halb spielt es eine Rol­le bei Krank­hei­ten, die mit Stress in Ver­bin­dung ste­hen. Etwa Bluthochdruck.

Stress senkt den Gaba-Spie­gel, (Nackt)-Yoga kann ihn wie­der erhö­hen. (Nackt)-Yoga kann zwar nicht allei­ne eine wirk­sa­me The­ra­pie gegen Blut­hoch­druck sein, aber als Zusatz­the­ra­pie zu kon­ven­tio­nel­len Metho­den, zu ent­spre­chen­den Medi­ka­men­ten, kann Yoga durch­aus hel­fen. Dazu gibt es eini­ge ran­do­mi­sier­te, kon­trol­lier­te Stu­di­en, In denen Yoga als Zusatz­the­ra­pie den Blut­druck wei­ter sen­ken kann.

Unse­re Atmung kann auch unse­re kogni­ti­ven Leis­tun­gen beein­flus­sen. Es gibt ganz neue For­schungs­er­geb­nis­se, die zei­gen, dass Atmung unser Gehirn zum Schwin­gen bringt. Lan­ge glaub­te man, dass die­se Schwan­kun­gen Hin­ter­grund­rau­schen sind. Aber jetzt hat man gezeigt, dass Atmung die Akti­vi­tät der gesam­ten Groß­hirn­rin­de syn­chro­ni­siert. Und dass die­se Akti­vi­tät unse­rem Atem­rhyth­mus folgt. Die­se Stu­die zeigt, dass Atmung sogar unse­re Merk­fä­hig­keit beeinflusst.

Die Stu­di­en­teil­neh­mer beka­men in der ers­ten Pha­se des Expe­ri­ments 180 ver­schie­de­ne Bil­der zu sehen, für je eine hal­be Sekun­de. Die sie sich mög­lichst gut mer­ken soll­ten. Nach 20 Minu­ten Pau­se beka­men die Teil­neh­mer in einer zwei­ten Pha­se wie­der ganz vie­le Bil­der gezeigt, und zwar eine Mischung aus den bereits gezeig­ten Bil­dern, aus Pha­se eins, und neu­en Bil­dern. Die Teil­neh­mer muss­ten die gemerk­ten Bil­der unter den neu­en wiedererkennen.

Es ist voll krass, es stell­te sich her­aus, dass die Teil­neh­mer in Pha­se eins sich die Pha­se dann beson­ders gut mer­ken konn­ten, wenn die Bil­der zum Zeit­punkt des Ein­at­mens erschie­nen. Vor allem, wenn die Teil­neh­mer durch die Nase ein­at­me­ten. Abge­fah­ren, oder?

Die­se Stu­di­en bele­gen natür­lich nicht die Wirk­sam­keit von Atem­übun­gen beim Yoga. Aber sie zei­gen über­ra­schend deut­lich, dass Atmen mehr ist als nur Luft zu holen. Des­halb ist es zumin­dest plau­si­bel, dass man beim (Nackt)-Yoga ver­sucht, Ent­span­nung oder mehr zu gewin­nen, indem man Atmen bewusst übt.

Dass Atmen geübt sein will, das merkt man schnell, wenn man sich mal an einer Atem-Medi­ta­ti­on ver­sucht. Bei der Atem-Medi­ta­ti­on kon­zen­triert man sich ganz auf sei­ne Atmung, auf das Heben und Sen­ken von Bauch und Brust, auf die Luft, wie sie ein- und aus­strömt, und auf sonst nichts. Und das ist schwie­ri­ger, als es klingt. Anfän­gern emp­fiehlt man zum Bei­spiel, ihre Atem­zü­ge zu zäh­len. Damit man nicht so leicht abschweift.

1…2…1…2

Sobald man in ande­re Gedan­ken abschweift, fängt man wie­der von vor­ne an. Macht das mal und schreibt in die Kom­men­ta­re, wie vie­le Atem­zü­ge ihr geschafft habt, ohne an etwas ande­res zu denken.

Es ist erstaun­lich schwie­rig, hier kon­zen­triert zu blei­ben. Am Ende ver­ra­te ich euch noch eine wei­te­re Atem­übung. Die könnt ihr dann in Stress­si­tua­tio­nen anwen­den. Aber gehen wir jetzt erst mal von Atem weg, bzw. weiter.

Nackt-Yoga Posen
Nackt Yoga Posen

Was ist mit den ganzen Yoga-Posen?

Wel­chen Zweck haben die eigent­lich?
Zunächst ein­mal ist Yoga Bewe­gung. Und je nach­dem, wel­chen Kurs man belegt, auch rich­tig Sport. Da Saa­det ja sonst sport­li­cher unter­wegs ist,
hat sie sich drei ver­schie­de­ne eher sport­li­che Yoga-Kur­se rausgesucht.

  • Ein­mal tra­di­tio­nel­les Ashtan­ga Yoga.
    Es war eine super ange­neh­me Atmo­sphä­re in die­sem Yoga-Stu­dio. Wir kamen da rein, da lief ein biss­chen Musik im Hin­ter­grund. Alle waren super nett und lieb. Haben auch irgend­wie schon so lei­se gere­det. Das war ganz unge­wohnt für mich. Es war gar nicht so ein­fach, wie ich gedacht habe. Zwi­schen­durch habe ich mich voll ent­spannt. Aber es war auch echt anstrengend.
  • Dann ein­mal Hot-Yoga.
    Wir haben im Raum 39–40 Grad Celsius.
  • Und ein­mal Aeri­al-Yoga.
    Auf die gehen wir gleich noch genau­er ein.
JETZT LESEN  Ich habe Nackt-Yoga in NYC ausprobiert.

Dass Bewe­gung gut ist, wis­sen wir ja. Bei chro­ni­schen Rücken­schmer­zen ist Bewe­gung eine kon­ven­tio­nel­le The­ra­pie, Phy­sio­the­ra­pie oder Stret­ching. Hier hat sich gezeigt, dass Yoga mit den kon­ven­tio­nel­len Metho­den ganz gut mit­hal­ten kann. Also eine ernst zu neh­men­de The­ra­pie-Alter­na­ti­ve ist.

Aber Yoga ist nicht nur eine Art Sport oder Bewegung.

Macht es ein Unter­schied, ob ich bestimm­te Asa­nas aus­füh­re? Oder irgend­wel­che Gym­nas­tik-Bewe­gun­gen mache? Zumin­dest kann man, im Ver­gleich zu vie­len ande­ren Sport­ar­ten, fest­stel­len, dass die Yoga-Übun­gen oft gar nicht so inten­siv sind. Dass man oft in einem Bereich ist, wo man sagt, es reicht noch nicht, um es als Herz-Kreis­lauf-Trai­ning zu klas­si­fi­zie­ren. Es ist eine zu gerin­ge Inten­si­tät, um zu sagen, dass Herz-Kreis­lauf-Sys­tem wird genug ange­regt, um zu sagen, es ist ein wirk­sa­mes Training.

Es wirkt aber trotz­dem. Wir haben trotz­dem eine Reduk­ti­on von Herz-Kreis­lauf-Risi­ko­fak­to­ren. Irgend­was muss da drin sein, was noch wirkt, wenn die Bewe­gung eigent­lich gar nicht inten­siv genug ist.

Einen ähn­li­chen Effekt stell­te Hol­ger Kra­mer fest bei einer Stu­die zu Yoga und Gewichts­ab­nah­me. Wo wir zei­gen konn­ten, dass durch Yoga über­ge­wich­ti­ge Teil­neh­me­rin­nen Gewicht redu­zie­ren konn­ten, Bauch­um­fang abneh­men. Wenn man das mal aus­rech­net, ist das alles gar nicht inten­siv genug, um wirk­lich eine Kalo­rien­re­duk­ti­on hin­zu­be­kom­men. Dass die­se Gewichts­ab­nah­me sein dürf­te. Es scheint die Medi­ta­ti­on, ver­än­der­tes Ess­ver­hal­ten, Acht­sam­keit, das scheint eine Rol­le zu spie­len. Der Bewe­gungs­aspekt lässt sich also schwer von ande­ren Yoga-Aspek­ten trennen.

Aber viel­leicht ist genau des­we­gen (Nackt)-Yoga so posi­tiv, weil es nicht nur Bewe­gung oder nur Medi­ta­ti­on ist, son­dern einen gesam­ten Lebens­stil beein­flus­sen kann. Der poten­ti­el­le Anwen­dungs­be­reich von Yoga als The­ra­pie ist jeden­falls erstaun­lich groß.

Wenn man bei Depres­sio­nen guckt, weiß man, dass Bewe­gung bei Depres­sio­nen gene­rell gut ist. Es gibt auch gute Hin­wei­se, dass Medi­ta­ti­on bei Depres­sio­nen gut hel­fen kann. Sodass (Nackt)-Yoga als Kom­bi­na­ti­on auch wie­der recht nahe­lie­gend ist. Wenn wir in sehr schwer­wie­gen­de neu­ro­psych­ia­tri­sche Stö­run­gen kom­men, reicht Yoga wahr­schein­lich nicht. Aber im Bereich der Depres­si­on haben wir sehr gute Hin­wei­se mit sehr star­ken Effekt-Stär­ken. Bei leich­ten depres­si­ven Stö­run­gen. Bei einer mani­fes­ten majo­ren Depres­si­on. Da ist Yoga wahr­schein­lich nicht son­der­lich wirksam.

Auch der Ein­satz bei Krebs-Pati­en­ten, bei Brust­krebs-Pati­en­tin­nen, wird viel unter­sucht. Wenn man sich Krebs anguckt, Yoga wird nie zur Behand­lung des Kreb­ses ein­ge­setzt. Die Stu­di­en dre­hen sich immer um Sym­pto­me der Krebs­er­kran­kung. Oder auch mit Neben­wir­kun­gen der Che­mo­the­ra­pie umzu­ge­hen. Yoga hat also Poten­zi­al als Begleit­the­ra­pie bei Krebs.

Es geht um Mil­de­rung von Neben­wir­kun­gen oder Sym­pto­men. Um ein gestei­ger­tes Wohl­be­fin­den, um Stress-Reduk­ti­on. Vie­le Krebs-Pati­en­ten bre­chen tat­säch­lich ihre The­ra­pie ab. Weil sie die Neben­wir­kun­gen nicht mehr aus­hal­ten. Wenn man es schafft, die­se Neben­wir­kun­gen zu mil­dern, dann kann das über den The­ra­pie-Erfolg entscheiden.

Die­ses Pro­blem haben wir schon bei unse­rem Video über den Pla­ce­bo-Effekt anklin­gen las­sen. Des­we­gen den­ke ich schon, dass der Grund­an­satz die­ser Kli­nik, kon­ven­tio­nel­le The­ra­pien anwen­den, aber durch Zusatz­me­tho­den, wie zum Bei­spiel Yoga, zu ergän­zen, dass das durch­aus wirk­sam sein kann. Dass es so viel Yoga-For­schung zu Brust­krebs und nicht zu ande­ren Krebs­ar­ten gibt, das liegt übri­gens nicht an der Krebs­art an sich, son­dern dar­an, dass die typi­schen Yoga-Nut­zer meist jün­ge­re Frau­en sind, die häu­fi­ger die Popu­la­ti­on ist, die an Brust­krebs erkrankt. Sodass dort auch ein­fach eine höhe­re Nach­fra­ge ist Frau­en mit Brust­krebs nut­zen Yoga und fra­gen Yoga nach. Mehr als älte­re Män­ner mit Darmkrebs.

Die füh­len sich durch Yoga nicht so ange­spro­chen. Gene­rell ist Brust­krebs in vie­len Berei­chen deut­lich bes­ser unter­sucht als ande­re Krebs­ar­ten. Von den Pati­en­tin­nen gibt es sehr gro­ße Bewe­gun­gen. Es gibt sehr gro­ße Selbst­hil­fe­grup­pen. Die auch For­schung, gera­de in dem Bereich, ein­for­dern. Es gibt vie­le Stu­di­en zu (Nackt)-Yoga und Gesundheit.

Aber was mich echt stört, dass die meis­ten metho­disch ziem­lich schwam­mig sind. Das ist ein ganz wun­der Punkt in der Yoga-For­schung. Es ist in der kli­ni­schen For­schung das Ide­al des dop­pel-blin­den pla­ce­bo-kon­trol­lier­ten Medikamenten-Trials.

Treue Freun­de der Son­ne wis­sen, wovon Hol­ger Kra­mer spricht. Man kann in Yoga-Stu­di­en natür­lich Kon­troll­grup­pen haben. Man kann Teil­neh­mer ver­glei­chen, die Yoga-Stun­den bekom­men, mit wel­chen, die kei­ne bekom­men, aber natür­lich bekommt man hier kei­ne Ver­blin­dung hin. Nicht wie bei Medi­ka­men­ten und Pla­ce­bos. Wo die Stu­di­en­teil­neh­mer nicht wis­sen, ob sie einen Wirk­stoff bekom­men. Außer­dem sind die Yoga-Inter­ven­tio­nen, Art und Wei­se, wie Yoga ange­wen­det wird, von Stu­die zu Stu­die unterschiedlich.

Die Yoga-Inter­ven­ti­on hängt sehr stark vom Zen­trum ab, wo es durch­ge­führt wur­de, vom Yoga-Leh­rer, der dabei ist, auch von den Wis­sen­schaft­lern, die eige­ne Vor­er­fah­run­gen haben. Da haben wir sehr unter­schied­li­che Yoga-For­men. Es ist schwie­rig, wenn man sagt, wir fas­sen alles zusam­men. Des­halb kann man von dem aktu­el­len Stand der Yoga-For­schung nicht davon aus­ge­hen, dass eine posi­ti­ve Wir­kung auf kon­kre­te Yoga-Posen zurück­zu­füh­ren ist.

Viel­mehr muss man davon aus­ge­hen, dass Yoga, als Form von Bewe­gung, ähn­lich wie ande­re For­men von Bewe­gung, gesund ist. Hier jetzt auch noch gepaart mit Stress-Reduk­ti­on durch Atem-Übun­gen, Medi­ta­ti­ons­übun­gen, und wahr­schein­lich auch einem all­ge­mein ent­spann­te­ren Lifestyle.

Was ist mit so krasseren Formen wie Hot-Yoga?

Beim Hot-Yoga begibt man sich in einen 40 Grad Cel­si­us hei­ßen Raum. Mich hat der Schlag getrof­fen, als ich in den Raum gelau­fen bin. Man ist gegen eine Wand gelau­fen, weil es so warm da drin war. Schon nach den Auf­wärm­übun­gen habe ich geschwitzt. 26 bestimm­te Asa­nas wer­den in einer bestimm­ten Rei­hen­fol­ge gemacht. Jetzt den Arm nach oben, den Arm nach unten…

Das war rich­tig schnell hin­ter­ein­an­der. Mei­ne ers­te Stun­de, des­halb war ich über­for­dert. Ich hab stän­dig die Sachen nicht da hin­ge­kriegt, wo sie hin muss­ten. Ich habe mich ver­kno­tet und wäh­rend­des­sen sehr viel geschwitzt. Ent­spannt sieht das jeden­falls nicht aus.

Saa­dets Trai­ner erklärt uns, dass der Anfang zwar schwer sei. Aber durch das Ver­in­ner­li­chen der Rei­hen­fol­ge und den strik­ten Ablauf, da käme man in eine Art medi­ta­ti­ven Zustand. Es gibt ein­zel­ne Stu­di­en, die zei­gen kön­nen, dass Hot-Yoga wirk­sam ist, bei Pati­en­ten mit Herz­er­kran­kun­gen. Dass es die Elas­ti­zi­tät der Gefä­ße erhöht. Dass es Sym­pto­me ver­rin­gern kann.

Die Stu­di­en haben aller­dings metho­di­sche Män­gel. Die wür­de ich auch durch­aus hin­ter­fra­gen. Für mich ist es bis­her nicht über­zeu­gend, dass es wirk­lich Herz-Kreis­lauf- för­der­li­che Wir­kung hat. Ich wäre auch durch­aus vor­sich­tig. Das medi­zi­nisch vor­er­krank­ten Pati­en­ten zu emp­feh­len. Ich emp­feh­le sowie­so nicht, mache nur For­schung. Aber ich wür­de Kol­le­gen auch nicht raten, spe­zi­ell Hot-Yoga zu emp­feh­len. Dafür ist die Daten­la­ge ein­fach zu gering.

In die­ser klei­nen Stu­die ließ man Teil­neh­mer drei Mona­te lang Hot-Yoga prak­ti­zie­ren. Damit mei­ne ich die 26 Asa­nas. Ein­mal in einem hei­ßen Raum. Ein­mal in einem nor­mal tem­pe­rier­ten Raum. Die “hei­ße” Grup­pe hat­te zwar nach die­sem Expe­ri­ment weni­ger Kör­per­fett. Aber in Sachen Gefäß-Gesund­heit und ‑Elas­ti­zi­tät fand man kei­nen Unter­schied zwi­schen den bei­den Gruppen.

Aller­dings sah man bei bei­den Grup­pen eine Ver­bes­se­rung gegen­über der Kon­troll­grup­pe, die gar kein Yoga mach­te. Soll­ten sich die­se Ergeb­nis­se in wei­te­ren Unter­su­chun­gen bestä­ti­gen, hie­ße das, dass die kar­dio­vasku­lä­re Wir­kung von Hot-Yoga gar nichts mit der Hot­ness zu tun hat.

Was mit Sicher­heit bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren bes­ser geht, in gewis­se Yoga-Hal­tun­gen hin­ein­zu­kom­men. Dass man ver­meint­lich fle­xi­bler wird. Man ist gelen­ki­ger und kommt bes­ser in schwie­ri­ge Yoga-Hal­tun­gen. Wobei das aber wahr­schein­lich ein Trug­schluss ist. Dass man gar nicht wirk­lich gelen­ki­ger wird. Son­dern ein­fach nur der Wider­stand gerin­ger wird. Und man die Gelen­ke genau­so überlastet.

Wenn man in den Lotus-Sitz in nor­mal tem­pe­rier­ten Räu­men nicht rein kommt, in stark erhitz­ten Räu­men wür­de man rein­kom­men, weil das Gewe­be ein biss­chen beweg­li­cher wird, ist die Belas­tung für die Hüf­te genau­so groß. Wenigs­tens wur­den bis­her kei­ne gefähr­li­chen Neben­wir­kun­gen oder Risi­ken von Hot-Yoga fest­ge­stellt. Solan­ge man gesund ist und genug trinkt.

Jun­ge, gesun­de, sport­li­che Men­schen, die kön­nen das mit Sicher­heit mal aus­pro­bie­ren. Gut, dass Saa­det jung, gesund und sport­lich ist. Doch es muss ja noch nicht mal Hot-Yoga sein. Nur weil es ent­spannt aus­sieht und ent­span­nend ist, muss es nicht frei von Risi­ken sein.

Hol­ger Kra­mer beschäf­tigt sich in letz­ter Zeit ver­mehrt mit Risi­ken und uner­wünsch­ten Neben­wir­kun­gen von Yoga. Es gibt eine ganz spe­zi­el­le War­nung bei Yoga. Für alle, die unter einem Grü­nen Star oder Glau­kom lei­den. Beim Grü­nen Star liegt eine Abfluss-Stö­rung im Auge vor. Der Augen­in­nen­druck erhöht sich immer mehr. Beim Kopf­stand, beim Schul­ter­stand, da ist nach­ge­wie­sen, dass sich der Augen­in­nen­druck erhöht.

Dass Pati­en­ten mit einer Vor­ge­schich­te von Glau­kom dadurch eine Ver­schlim­me­rung ver­ur­sa­chen kön­nen. Was bis zur Erblin­dung füh­ren kann, also nicht tri­vi­al ist. Davon abge­se­hen gibt es beim Yoga, genau wie bei ande­ren Sport­ar­ten, eine Ver­let­zungs­ge­fahr, wenn man die Bewe­gun­gen falsch aus­führt. Die Ver­let­zungs­ge­fahr hängt gar nicht so stark vom Yoga-Stil ab.

Das Power-Yoga, eine sehr inten­si­ve Yoga-Pra­xis, die eher als Work­out genutzt wird, hat ein etwas höhe­res Ver­let­zungs­ri­si­ko. Ansons­ten sind die rela­tiv ähn­lich. Aber das Ver­let­zungs­ri­si­ko steigt, wenn Leu­te vor­her nicht bei einem Yoga-Leh­rer waren. Wenn man Yoga nur durch You­Tube-Vide­os lernt, dann ist die Ver­let­zungs­ge­fahr deut­lich höher, als wenn man es wirk­lich von einem Men­schen lernt. Soviel könnt ihr aus die­sem You­Tube-Video mit­neh­men, You­Tube-Vide­os hel­fen nicht immer.

Aerial Nackt-Yoga
Aeri­al Nackt-Yoga

Was ist mit speziellen Sachen, wie Aerial-Yoga?

Saa­dets bes­te Freun­din und mei­ne Funk-Kol­le­gin Lisa-Sophie Lau­rent macht regel­mä­ßig Aeri­al-Yoga. Sie hat immer davon geschwärmt, wie cool das ist.
Dass das Spaß macht. Dass ihr das hilft, im All­tag run­ter­zu­kom­men. Des­we­gen hat­te ich gro­ße Erwartungen.

Ich kam da rein, es war ein Rie­sen-Stu­dio. Da hin­gen so Sei­le. Ich dach­te: “Alles klar.” Ich hof­fe, ich bre­che mir hier heu­te nicht das Genick. Zu Aeri­al-Yoga gibt es, wie ihr euch sicher vor­stel­len könnt, bis­her gar kei­ne For­schung. Wahr­schein­lich wird sich das so schnell auch nicht ändern.

Es ist gene­rell ein Pro­blem, dass es kaum Gel­der gibt für Yoga-For­schung. Vie­le die­ser Stu­di­en sind von pri­va­ten Ver­bän­den finan­ziert.
Wie zum Bei­spiel vom Berufs­ver­band der Yoga-Leh­ren­den in Deutsch­land. Und das sehe ich natür­lich sehr kri­tisch. Wenn Inter­es­sens­grup­pen Stu­di­en unter­stüt­zen, gibt es immer die Mög­lich­keit, dass Inter­es­sens­kon­flik­te auf­tre­ten. Was wir immer machen, dass wir das Stu­di­en-Design, die Stu­di­en-Aus­wer­tung, Inter­pre­ta­ti­on, Ver­öf­fent­li­chung kom­plett bei uns liegt. Der Berufs­ver­band in kei­ner Pha­se der Stu­di­en­pla­nung und Aus­wer­tung mitredet.

Über die Stu­die hin­aus haben wir kein per­sön­li­ches Inter­es­se dar­an, ich bin kein Yoga-Leh­rer, ver­die­ne kein Geld damit, wir ver­öf­fent­li­chen größ­ten­teils in kon­ven­tio­nel­len Zeit­schrif­ten. Wir stel­len uns der Begut­ach­tung der Kol­le­gen, der Kri­tik. Vie­le die­ser Stu­di­en sind in ange­se­he­nen Jour­nals publi­ziert. Und wur­den auch von ande­ren Wis­sen­schaft­lern geprüft.

Es spricht zumin­dest aus mei­ner Sicht nichts dage­gen, es ein­fach mal aus­zu­pro­bie­ren. Dass Yoga, rich­tig ange­wen­det, Stress redu­zie­ren kann, so viel kann man sicher­lich fest­hal­ten. Und dann ist es auch gut, dass es so vie­le sehr ver­schie­de­ne Yoga-For­men gibt. Wo jeder sei­nen Stil fin­den kann.

Von sehr spi­ri­tu­ell bis zu sehr sport­lich. Denn wich­tig ist, dass man eine Yoga-Form fin­det, an der man lang­fris­tig Spaß hat. Eins hat Saa­det sicher­lich aus ihrem Selbst­ver­such gelernt, nach einer Yoga­stun­de ist man noch nicht Zen.

Welches der drei Yoga’s hat dir am besten gefallen?

Das ist schwie­rig, nein, jetzt sind die ande­ren sau­er. Aeri­al-Yoga war am cools­ten. Es hat auch Spaß gemacht, die­se Übun­gen aus­zu­pro­bie­ren. Das Team war auch super. Aber alle waren nett.

Ich habe gelernt, alle Leu­te, die Yoga machen, sind nett. Das ist mein Lear­ning. Ich fin­de, die Yoga-For­schung zeigt vor allem eines:
die Wir­kung scheint nicht an bestimm­ten Yoga-Arten oder Yoga-Posen zu lie­gen, dafür ist Yoga viel zu viel­fäl­tig.
Es geht hier viel­mehr um einen Lebens­stil, um Stress-Reduk­ti­on. Um Acht­sam­keit, um Bewe­gung, um gesün­de­re Ernährung.

Das kann man mit Yoga sicher hin­be­kom­men, aber bestimmt auch anders. Sei es durch Sport oder regel­mä­ßi­ge Tee-Zere­mo­nien. Schreibt doch mal in die Kom­men­ta­re, was für Erfah­run­gen ihr mit Yoga habt, oder ob ihr irgend­wel­che ande­ren Frei­zeit-Tipps habt, für ein ent­spann­te­res Leben. Dann kön­nen sich die ande­ren davon inspi­rie­ren lassen.

Und wenn ihr Vor­schlä­ge habt, was Saa­det in Zukunft als Selbst­ver­such tes­ten kann, dann schreibt es bit­te auch ger­ne in die Kommentare.

Nackt-Yoga Atemübung
Nackt Yoga Atemübung

Und jetzt kommt noch die versprochene Atemübung.

Ihr seid in einer stres­si­gen Situa­ti­on, wollt ein paar­mal tief durch­at­men. Durch die Nase, euch auf den Atem kon­zen­trie­ren. Weil das nicht ganz ein­fach ist, hel­fen euch eure zwei Fin­ger. Ihr könnt immer abwech­selnd ein Nasen­loch zu hal­ten, durch das ande­re kon­zen­triert tief ein- und ausatmen.

Die­se klei­ne kör­per­li­che Hil­fe­stel­lung macht es viel ein­fa­cher, sich auf den Atem zu kon­zen­trie­ren. Wenn ihr wollt, könnt ihr eure ande­re Hand auf den Bauch legen. Und dar­auf ach­ten, dass die Luft rich­tig rein strömt. Dass sich der Bauch hebt und senkt.

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