Wie Nackt-Yoga dein Leben verändern könnte

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Wie Nackt-Yoga dein Leben verändern könnte von Doria Gani

Nach einer trau­ma­ti­schen Kind­heit, einer Ess­stö­rung und einer Krebs­be­hand­lung, fand Doria Gani Befrei­ung im Nackt-Yoga. Jetzt über­re­det sie Men­schen auf der gan­zen Welt, sich aus­zu­zie­hen und die Son­ne zu grü­ßen. Jane Mul­kerrins hat eine Session

Es ist ein Mon­tag­mor­gen und ich sit­ze nackt auf dem Boden mei­ner Woh­nung vor dem Lap­top, wäh­rend mich von der ande­ren Sei­te des Bild­schirms eine eben­falls nack­te Frau, die ich erst vor weni­gen Augen­bli­cken “ken­nen­ge­lernt” habe, in eini­ge ziem­lich unwür­di­ge Posi­tio­nen dirigiert.

Yoga Nackt vor dem Laptop
Yoga Nackt vor dem Laptop

Die­ser Aus­tausch hat nicht im Ent­fern­tes­ten etwas Sexu­el­les an sich – wenn es so wäre, wäre ich in ernst­haf­ten Schwie­rig­kei­ten. “Dies ist kein Raum für sexu­el­le oder sinn­li­che Ener­gie”, stellt mein flachs­far­be­ner Voll­stre­cker kris­tall­klar klar. “Wenn sich jemand dane­ben benimmt, wer­de ich ihn blo­ckie­ren und mel­den.” Und es ist kein Ort für Voy­eu­ris­mus. “Das ist kei­ne Pop­corn-und-Cola-beob­ach­ten-ande­re-Leu­te-Stim­mung – dei­ne Kame­ra muss auch an sein, zu jeder Zeit.”

Ich kann mit Sicher­heit sagen, dass ich nicht glau­be, dass irgend­je­mand das, was ich gera­de tue, in irgend­ei­ner Wei­se pri­ckelnd fin­den wür­de. Als die No 73 vor­bei­don­nert, habe ich Mit­leid mit den Leu­ten auf dem Ober­deck. “Das”, sagt mein Leh­rer mit bewun­derns­wer­ter Läs­sig­keit, “ist nur Yoga, nackt – das ist alles.”

Der Trend, der in New York begann und sich dann vor­her­seh­bar nach Ibi­za aus­brei­te­te, hat zwar pro­mi­nen­te Anhän­ger, dar­un­ter Mat­thew McCo­naug­hey und Lady Gaga, bleibt aber den­noch eine Nische. Mei­ne Leh­re­rin an die­sem feuch­ten Mor­gen, die 44-jäh­ri­ge Doria Gani, ist eine von nur einer Hand­voll bri­ti­scher Leh­rer, die Nackt-Yoga Kur­se anbie­ten, in denen die Schü­ler buch­stäb­lich alles her­aus­hän­gen lassen.

“Indem du die äuße­re Fas­sa­de, die Klei­dung, in einem siche­ren Raum ablegst, lernst du, dass es sicher ist, nackt und ver­letz­lich zu sein”, sagt sie. “Du hörst auf, über ande­re zu urtei­len und fängst statt­des­sen an, dich selbst und ande­re mehr zu schät­zen. Es stei­gert dein Selbst­ver­trau­en, da du her­aus­ge­for­dert wirst, aus dei­ner Kom­fort­zo­ne her­aus­zu­tre­ten.” Auf einer prak­ti­sche­ren Ebe­ne musst du auch nicht mehr ver­su­chen, einen sau­be­ren Sport-BH zu fin­den oder dein T‑Shirt nach jedem Son­nen­gruß in dei­ne Yoga­ho­se zu stecken.

Vor der Pan­de­mie unter­rich­te­te Gani per­sön­li­che Ein­zel­stun­den in ihrer Kel­ler­woh­nung im Wes­ten Lon­dons und gemisch­te Grup­pen­kur­se mit jeweils 20 Teil­neh­mern im Zen­trum und Süden Lon­dons, wo Män­ner und Frau­en jeden Alters ihre Mat­ten aus­leg­ten (aus offen­sicht­li­chen Grün­den musst du dei­ne eige­nen mit­brin­gen), sich huf­ei­sen­för­mig auf­stell­ten, sich aus­zo­gen und gemein­sam Krie­ger­po­sen ein­nah­men. Vor Covid wur­de Gani auch häu­fig von wohl­ha­ben­den “Dori­tos” – wie sich ihre Anhän­ger selbst nen­nen – um die Welt geflo­gen, die von ihr pri­vat und per­sön­lich trai­niert wer­den wol­len. Sie hat eini­ge pro­mi­nen­te Kun­den, obwohl sie lei­der nicht ver­ra­ten will, wen.

Ich hät­te nie gedacht, dass ich das mal sagen wür­de, aber ich dan­ke Gott für glo­ba­le Pan­de­mien – Covid bedeu­tet, dass ich Ganis Kurs nicht per­sön­lich neh­men kann, oder schlim­mer noch, mit 19 nack­ten Frem­den. Ich bin gene­rell bereit, mei­ne Gren­zen zu erwei­tern, aber ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich mich traue, mit ande­ren in mei­nem Geburts­tags­an­zug zu yogie­ren. Nicht zuletzt des­halb, weil ich beim Yoga total schlecht bin.

In Vor­be­rei­tung auf unse­re Klas­se habe ich Ganis kom­men­des Buch “The Naked Yoga Effect” gele­sen. Es ist zum Teil eine Anlei­tung mit nack­ten Yoga­po­sen und Hin­wei­sen sowie Fotos von Gani, die sie aus­führt, und zum Teil ein Memoi­ren­buch, in dem sie ihre emo­tio­nal und kör­per­lich miss­brau­chen­de Kind­heit, Gebär­mut­ter­hals­krebs im drit­ten Sta­di­um und ihre nack­te yogi­sche Befrei­ung beschreibt – es ist ein evan­ge­li­scher Auf­ruf an uns alle, unse­re Lulu­le­mons abzu­le­gen und uns zu befreien.

Nackt Yoga kann dich von der Scham und der Pein­lich­keit befrei­en, dass dein Kör­per nicht gut genug ist, und dir hel­fen, dich vor ande­ren nackt wohl zu füh­len”, schreibt sie. “Nackt Yoga hat auch Men­schen gehol­fen, die unter uner­reich­ba­ren Idea­len von kör­per­li­cher Per­fek­ti­on lei­den, und es kann denen, die unter Ess­stö­run­gen oder Fett­lei­big­keit lei­den, hel­fen, ihren Kör­per lie­ben zu ler­nen und für ihn zu sorgen.”

Es geht dar­um, “mit dei­nem Kör­per ver­bun­den zu wer­den”, sagt sie – was Mil­lio­nen von uns nicht sind. Und ich wür­de mich selbst in die­ses Lager ein­schlie­ßen. Ich habe mir letz­ten Som­mer bei einem Moun­tain­bike-Unfall die Schul­ter gebro­chen und muss­te ope­riert wer­den, seit­dem kann ich nicht mehr rich­tig trai­nie­ren. Ich füh­le mich schwach, unfit, unto­niert, was umso frus­trie­ren­der ist, da ich vor dem Unfall, in den ers­ten Mona­ten der Pan­de­mie, täg­lich mit einem Trai­ner auf Zoom trai­nier­te und wahr­schein­lich in der bes­ten Form mei­nes Lebens war. Jetzt kann ich kaum eine Plan­ke für 30 Sekun­den halten.

Doria Yoga beim Nackt-Yoga nackt am Strand
Doria Gani Yoga beim Nackt-Yoga nackt am Strand

Ich bin auch gera­de nach einem Jahr­zehnt in Über­see zurück nach Lon­don gezo­gen und lebe aus einem Kof­fer, in einer Rei­he von tem­po­rä­ren Räu­men. Mein Unter­be­wusst­sein macht Back­flips vor lau­ter Ver­än­de­rung und Insta­bi­li­tät. Am Wochen­en­de vor mei­nem Kurs mit Gani sind mei­ne Träu­me eine selt­sa­me, ängst­li­che Mischung aus Arbeits­si­tua­tio­nen und Sze­nen aus “Line of Duty” (z.B. muss ich für das Maga­zin under­co­ver gegen eine orga­ni­sier­te Ver­bre­cher­ban­de vor­ge­hen). All das soll hei­ßen, dass mei­ne übli­che zyni­sche Wach­sam­keit etwas nach­ge­las­sen hat und ich offe­ner als sonst für ein biss­chen Geist-Kör­per-Geist-Zeug bin.

Ich könn­te so tun, als hät­te ich mir Sor­gen gemacht, ob ich mich vor dem Unter­richt wach­sen las­sen soll­te, aber das habe ich nicht – ich bin lei­den­schaft­lich pro-Bush und stolz dar­auf. Ich habe mir aller­dings Sor­gen gemacht, wie ich mei­ne Win­kel bear­bei­ten kann. Nach 14 Mona­ten vir­tu­el­ler Mee­tings habe ich her­aus­ge­fun­den, wie man es ver­mei­det, 17 Kinns in einem Zoom-Raum zu haben, aber ich bin mir nicht sicher, wie man Sukha­sa­na – im Schnei­der­sitz – macht, ohne Gani einen gynä­ko­lo­gi­schen Ein­blick zu gewähren.

Ich mel­de mich an. In einem Kimo­no. Gani ist bereits nackt, kniet vor ihrem Lap­top, auf ihrer Mat­te, vor einem Kamin. Ich füh­le mich ein wenig albern, fol­ge ihr und zie­he mich aus. Abge­se­hen von ihrem geschmei­di­gen, schlan­ken, star­ken, benei­dens­wert durch­trai­nier­ten Kör­per hat Gani einen wei­te­ren Vor­teil – ihr lan­ges, gewell­tes blon­des Meer­jung­frau­en­haar, mit dem sie ihre Nip­pel beschei­den bede­cken kann. Mein bleich­blon­der Pixie-Schnitt bie­tet kei­ne sol­che Abdeckung.

Nackt Porno Yoga Studio 2
Nackt Yoga Meditation

Wir begin­nen mit einer Medi­ta­ti­on, um mein rück­wärts­ge­wand­tes Gehirn zu fokus­sie­ren, was Gani mir nahe­legt, jeden Tag fünf Minu­ten zu üben. Ich bin erleich­tert, dass sie sich seit­lich neben ihrem Lap­top posi­tio­niert hat, so dass ich sie bei den Posen sehen kann. Mei­ner ist auch so posi­tio­niert, dass er mei­ne Sei­ten­an­sicht zeigt, wäh­rend sie am Fuß ihrer Mat­te ein iPad hat, damit sie mich beob­ach­ten und mei­ne Posi­tio­nie­rung kor­ri­gie­ren kann. Kurz gesagt, ich kann im Schnei­der­sitz sit­zen und medi­tie­ren, ohne sie kom­plett zu blenden.

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Gani fragt mich nach mei­nem Ver­hält­nis zur Nackt­heit. Ich ver­mu­te, ich fal­le irgend­wo in die Mit­te, sage ich. Ich has­se mei­nen Kör­per nicht in dem Maße, dass ich Sex bei aus­ge­schal­te­tem Licht haben muss, aber ich buche auch kei­nen Som­merstrand­ur­laub in einem FKK-Resort. Ich bin glück­lich, in der rich­ti­gen Gesell­schaft nackt auf dem Sofa abzu­hän­gen, aber ich bin nicht, du weißt schon, skandinavisch.

Gani sagt mir, dass ich nackt eigent­lich sehr selbst­be­wusst wir­ke. Ich wür­de sagen, das liegt vor allem an ihr – sie ist warm­her­zig, ein­la­dend und ermu­ti­gend. Sie spricht viel über “Ener­gie” – dei­ne eige­ne Ener­gie zu schüt­zen, dich mit posi­ti­ver Ener­gie zu umge­ben und vor allem über die Ener­gie ande­rer Men­schen – und wäre ich auch die Art von Per­son, die viel über Ener­gie spricht, wür­de ich sagen, dass Gani eine sehr gute Ener­gie hat.

Nach ein paar Minu­ten der Medi­ta­ti­on hat­te ich das Feh­len von Klei­dung völ­lig ver­ges­sen. Was, so neh­me ich an, der Sinn des Medi­tie­rens ist.

Oft, so sagt sie, hocken die Anfän­ger mit ange­zo­ge­nen Knien und umschlun­ge­nen Armen und bede­cken jeden Zen­ti­me­ter Haut, den sie nur kön­nen. Ich bin viel zu alt für die­se Art von Selbst­be­wusst­sein, und Gani stimmt zu, dass das Alter ein Fak­tor ist.

“Ich habe in mei­nen Grup­pen­kur­sen ein älte­res Publi­kum als in mei­nen Ein­zel­stun­den, weil es sie ein­fach nicht mehr inter­es­siert”, sagt sie. “Sie sagen: ‘Ich lie­be es, das zu tun, also wer­de ich es tun.’ ” Ihre jün­ge­ren Ein­zel­kli­en­ten lei­den auch eher an Mager­sucht, Buli­mie oder Kör­per­dys­mor­phie, sagt sie.

Es gibt, so sagt sie, drei Haupt­grup­pen, die ihre Klas­sen auf­su­chen: die ein­fa­chen Yoga-Lieb­ha­ber; die Frau­en und eine über­ra­schen­de Anzahl von Män­nern, die mit ihrem Kör­per­bild kämp­fen und eine bes­se­re Bezie­hung zu ihrem Kör­per wol­len; und die Natu­ris­ten – “die Leu­te, die es ein­fach lie­ben, nackt zu sein, die es nicht abwar­ten kön­nen, nackt zu wer­den, und die die glück­lichs­ten Men­schen der Welt sind, wenn sie nackt sind”.

Leute, die es einfach lieben, nackt zu sein
Leu­te, die es ein­fach lie­ben, nackt zu sein

Ich bin wahr­schein­lich weni­ger enthu­si­as­tisch und selbst­be­wusst, was das Yoga angeht, als was das Aus­zie­hen angeht. Aber Gani ist ein intui­ti­ver Leh­rer und führt mich sanft und wie­der­holt durch die Son­nen­grü­ße A und B, kor­ri­giert und macht Vor­schlä­ge, wäh­rend ich gehe. Im Son­nen­gruß B gibt es eini­ge Posen, die ich mit mei­ner immer noch schwa­chen Schul­ter und ein­ge­schränk­tem Bewe­gungs­ra­di­us nicht schaf­fen kann, aber Gani ermu­tigt mich, Ände­run­gen vor­zu­neh­men, wenn ich sie brauche.

Viel­leicht liegt es ein­fach dar­an, dass ich mich auf mei­ne Ver­let­zung kon­zen­trie­re und dar­auf, was ich mei­nem Kör­per zumu­ten kann, aber ich ver­brin­ge nicht mehr als die ers­ten paar Momen­te der Ses­si­on damit, dar­über nach­zu­den­ken, wie mein Hin­tern, mein Bauch oder mei­ne Ober­schen­kel aus­se­hen, selbst in eini­gen sehr unschmei­chel­haf­ten und unver­söhn­li­chen Posen.

Dann, ganz plötz­lich, ist es Zeit für Savasa­na – das heißt, sich ein wenig hin­zu­le­gen. Wir sagen ein letz­tes, nack­tes Namas­te, dann zie­he ich mei­nen Schlüp­fer an und zoo­me mit mei­nen Eltern, die kom­men­tie­ren, wie ent­spannt ich aussehe.

Am nächs­ten Mor­gen tref­fe ich Gani voll beklei­det im Gar­ten ihrer Woh­nung. An der Tür wer­de ich von Lol­li­pop, ihrem win­zi­gen wei­ßen Peki­ne­se, begrüßt, der so auf­ge­regt ist, mich zu tref­fen, dass er auf die Flie­sen im Flur pin­kelt. Obwohl mein Becken­bo­den in einem ziem­lich guten Zustand ist, fal­len mir sofort alle Mög­lich­kei­ten ein, wie unser Unter­richt schief gehen könn­te. Und manch­mal, so gibt Gani zu, ist das auch so. Män­ner machen sich Sor­gen über spon­ta­ne Erek­tio­nen, die vor­kom­men kön­nen, sagt sie, da “Yoga die Ener­gie im Kör­per bewegt”. Sie nei­gen dazu, sich in eine Chil­d’s Pose zu bege­ben, bis der Moment vor­bei ist. “Es gibt auf jeden Fall kei­nen Grund, sich pein­lich zu fühlen.”

Wie auch immer die Schü­ler ankom­men, nie­mand bleibt lan­ge befan­gen oder pein­lich berührt, sagt sie. “Es geht nur dar­um, die Angst zu über­win­den. Es ist nur eine Yoga­klas­se – wir machen nichts Ver­rück­tes – aber es bringt die Leu­te aus ihrer Kom­fort­zo­ne her­aus und gibt ihnen Mut. Sie gehen raus und sagen: ‘Ich habe gera­de etwas getan, das so groß und beängs­ti­gend war, und jetzt füh­le ich mich groß­ar­tig. Und sie sagen: ‘Also, wenn ich das tun kann, dann kann ich auch das und das und das tun.’ ”

Ihre Schü­ler machen oft gro­ße Ver­än­de­run­gen im Leben, nach­dem sie mit Naked Yoga ange­fan­gen haben, sagt sie. “Die Leu­te ver­las­sen ihre Jobs und wech­seln die Kar­rie­re, ver­las­sen ihre Bezie­hun­gen, in denen sie sich für immer fest­ge­fah­ren gefühlt haben; sie begin­nen, allei­ne zu rei­sen.” Gani ist eine gro­ße Befür­wor­te­rin des Allein­rei­sens, und über dem Kamin befin­det sich, pas­sen­der­wei­se, ein rie­si­ger Sta­pel Lonely Planets.

Sie hat auch drei Trans-Schü­ler, die sich umge­wan­delt haben – alle männ­lich zu weib­lich – seit sie mit ihr arbei­tet. Sie zückt ihr Han­dy, um mir einen Whats­App-Thread von einem Schü­ler vor­zu­le­sen, der nächs­ten Monat eine Ope­ra­ti­on zur Geschlechts­an­glei­chung haben wird. “Kannst du dir vor­stel­len, was du durch­ma­chen kannst, wenn du im fal­schen Kör­per steckst, wie abge­trennt du bist?”, sagt sie. “Ich hel­fe ihnen, aus ihrer Kom­fort­zo­ne her­aus­zu­kom­men. Ich hole sie aus ihrer Angst her­aus, was die Welt den­ken wird, wenn sie Lip­pen­stift oder einen Mini­rock oder eine Perü­cke tra­gen und sich rasie­ren und die Haa­re wach­sen las­sen. F*** it”, sagt sie. “Was die Welt von dir denkt, ist nicht dein Problem.”

Transsexuelle Nackt Yoga Schüler
Tran­se­xu­el­le Nackt Yoga Schüler

Ganis Mis­si­on ist es, das Nackt­sein zu nor­ma­li­sie­ren, denn, so glaubt sie, “nackt ist nor­mal”. Das Pro­blem, sagt sie, ist eine gif­ti­ge Kom­bi­na­ti­on aus reli­giö­ser, fami­liä­rer und gesell­schaft­li­cher Kon­di­tio­nie­rung, die uns in unse­rem Gefäng­nis aus Erwar­tun­gen, Selbst­be­wusst­sein, Angst und Hosen gefan­gen hält.

Nackt­heit, sagt Gani, bringt unzäh­li­ge Vor­tei­le für die kör­per­li­che Gesund­heit: stär­ke­re Kno­chen (dank der grö­ße­ren Vit­amin-D-Expo­si­ti­on), ver­bes­ser­te männ­li­che Frucht­bar­keit und, ganz wich­tig, kei­ne Bräu­nungs­strei­fen. Sie zitiert Stu­di­en, die behaup­ten, dass “die Teil­nah­me an FKK-Akti­vi­tä­ten zu einer grö­ße­ren all­ge­mei­nen Lebens­zu­frie­den­heit führt”. FKK-Teil­neh­mer in sol­chen Stu­di­en hat­ten Berich­ten zufol­ge ein bes­se­res Kör­per­bild und ein höhe­res Selbst­wert­ge­fühl im Ver­gleich zu Nicht-FKK-Teil­neh­mern. Gani glaubt, dass es nicht dar­an liegt, dass die Nudis­ten bereits ein bes­se­res Selbst­wert­ge­fühl hat­ten, son­dern dar­an, dass “das Nackt­sein mit ande­ren Men­schen unglaub­lich stark ist, um dein Selbst­wert­ge­fühl und dein Kör­per­bild zu verbessern”.

Wenn Nackt-Yoga nicht dein Ding ist, kannst du das Nackt­sein trotz­dem “üben” und sei­ne Vor­tei­le spü­ren. Sie rät dazu, nack­te Gar­ten­ar­beit aus­zu­pro­bie­ren, nackt zu wan­dern (fin­de spe­zi­el­le FKK-Wege, rät sie, oder zumin­dest sehr ruhi­ge, um poten­ti­el­le Pro­ble­me mit der öffent­li­chen Unan­stän­dig­keit zu ver­mei­den), zu tan­zen, sich zu son­nen oder nackt zu schwim­men (letz­te­res ist schon ein gro­ßer Fan von mir, beson­ders in Seen und Flüs­sen – viel­leicht bin ich ja doch ein Teil Skandinaviens).

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Gani wuchs in der male­ri­schen tos­ka­ni­schen Stadt Ceci­na auf, wo ihr Vater ein erfolg­rei­ches Fami­li­en­un­ter­neh­men für Immo­bi­li­en führ­te. Er war auto­ri­tär, kon­trol­lie­rend und ver­bal und kör­per­lich miss­brau­chend. “Ich kämpf­te jeden Tag einen Krieg zu Hau­se.” Mit 12 Jah­ren ver­such­te sie, sich das Leben zu nehmen.

Ihre Eltern wuss­ten nicht, dass sie selbst­mord­ge­fähr­det war. Wer­den sie es jetzt nicht wis­sen, wenn sie das Buch lesen? Sie spre­chen kein Eng­lisch, sagt sie, “also wären sie nicht in der Lage, es zu lesen, selbst wenn sie es woll­ten. Aber sie sind nicht die unter­stüt­zends­te Fami­lie. Ich glau­be nicht, dass mein Vater weiß, dass ich über­haupt ein Buch geschrie­ben habe.”

Sie ver­ließ ihr Zuhau­se so schnell wie mög­lich und zog nach Spa­ni­en, wo sie als Über­set­ze­rin arbei­te­te, dann nach Lon­don, wo sie eine Kar­rie­re im Ein­zel­han­del mach­te. Der Über­hang aus ihrer Kind­heit war jedoch eine Ten­denz, sich in ande­re kon­trol­lie­ren­de Män­ner zu ver­lie­ben, Män­ner, die ihr nie das Gefühl gaben, wür­dig zu sein. Mit 25 Jah­ren ent­wi­ckel­te sie Buli­mie, ihr Gewicht sank auf knapp über sechs Steine.

In ihren frü­hen Drei­ßi­gern, nach­dem sie bemerk­te, dass sie beim Sex oft ein wenig blu­te­te, ging sie zu Blut­tests und einer Biop­sie. Mit 33 Jah­ren wur­de bei ihr Gebär­mut­ter­hals­krebs im Sta­di­um III dia­gnos­ti­ziert und kurz dar­auf wur­de ihr mit­ge­teilt, dass sich der Krebs auf ihre Lymph­kno­ten aus­ge­brei­tet hatte.

Nach einer sie­ben­stün­di­gen Ope­ra­ti­on, in der die Krebs­zel­len ent­fernt wur­den, unter­zog sich Gani einer zer­mür­ben­den Drei­er­kom­bi­na­ti­on aus Che­mo­the­ra­pie, Strah­len­the­ra­pie und Brachythe­ra­pie (inter­ne Bestrah­lung), alles gleichzeitig.

Die Strah­len­the­ra­pie wür­de sie unfrucht­bar machen und die Ärz­te sag­ten ihr, dass sie ihre Eizel­len ent­fer­nen las­sen könn­te, um sie ein­zu­frie­ren, bevor sie mit der Behand­lung begann. Sie sag­ten aber auch, dass die Ent­fer­nung der Eizel­len mög­li­cher­wei­se die Krebs­zel­len berüh­ren könn­te, wodurch das Risi­ko einer Aus­brei­tung bestün­de. Es war kei­ne gro­ße Wahl. Obwohl sie sich nie beson­ders müt­ter­lich gefühlt hat­te, “schien es, dass mir die Opti­on, Mut­ter zu wer­den, genom­men wur­de, bevor ich es über­haupt ernst­haft in Betracht gezo­gen hatte.”

Die Behand­lun­gen dräng­ten sie in die frü­he Meno­pau­se: “Hit­ze­wal­lun­gen und Schwit­zen wie ein Schwein, und dann muss­te ich mit 33 Jah­ren mit der Hor­mon­be­hand­lung begin­nen.” Sie sagt, dass sie sich fühl­te, “als ob ich nur ein Pati­ent gewor­den wäre, anstatt ein Mensch”.

Die Art ihrer Krebs­er­kran­kung beun­ru­hig­te sie eben­falls. “Es über­rasch­te mich nicht, als ich ent­deck­te, dass ich Krebs im Bereich der Fort­pflan­zungs­or­ga­ne hat­te”, sagt sie. “Ich hat­te schon immer Schuld- und Scham­ge­füh­le in Bezug auf Sex, die durch chao­ti­sche roman­ti­sche Ver­stri­ckun­gen mit uner­reich­ba­ren Män­nern ver­kom­pli­ziert wur­den. “Ich bestraf­te mich selbst die gan­ze Zeit und sag­te mir: Du bist nicht gut genug, um von jeman­dem aus­ge­wählt zu wer­den.” Sie gab sich sogar selbst die Schuld an ihrer Krankheit.

Nach­dem sie nie einen ein­zi­gen Yogakurs besucht oder medi­tiert hat­te, fühl­te sie sich nach ihrem zwei­ten Kurs, der spe­zi­ell für aktu­el­le und ehe­ma­li­ge Krebs­pa­ti­en­ten von Mac­mil­lan im Cha­ring Cross Hos­pi­tal ange­bo­ten wur­de, “zum ers­ten Mal in mei­nem Leben mit mei­nem Kör­per ver­bun­den”, sagt sie. “Ich hat­te vor­her nicht ein­mal gewusst, was das bedeu­tet. Aber ich spür­te sofort den Nut­zen und ich fühl­te mich plötz­lich glück­li­cher mit mei­nem Leben.”

Von da an war es ein Kat­zen­sprung und eine Men­ge Down­ward Dogs, um ein “Nackt Yoga-Freak” zu wer­den, der jeden Tag Klas­sen in der gan­zen Haupt­stadt besuch­te und nach Goa reis­te, um sich selbst als Leh­rer aus­bil­den zu lassen.

Der nack­te Aspekt kam ein paar Jah­re spä­ter, bei Bur­ning Man, dem jähr­li­chen Kunst­fes­ti­val in der Wüs­te Neva­das, im Som­mer 2015. “Warst du schon mal da?”, fragt sie mich. Nein, war ich nicht. Ich mag kei­nen Staub, und Staub ist ein wesent­li­cher Bestand­teil von Bur­ning Man.

Eines Mor­gens, bei Son­nen­auf­gang, radel­te Gani durch die rie­si­ge tem­po­rä­re Stadt, die sich für das Fes­ti­val auf­baut, und stieß auf eine 45 Fuß hohe Kunst­in­stal­la­ti­on einer Frau in Berg­po­se (R‑Evolution von Mar­co Coch­ra­ne). Ein ande­rer Fes­ti­val­be­su­cher posier­te für Fotos, nackt, vor der Skulp­tur. Inspi­riert und ermu­tigt, zog sich Gani aus und begann vor der Instal­la­ti­on Yoga zu machen.

Es war ein bahn­bre­chen­der Moment. Obwohl sie Yoga gefun­den hat­te, hat­te sie die letz­ten Jah­re damit ver­bracht, ihren Kör­per zu has­sen. Sie fühl­te sich “gebro­chen” und “unvoll­stän­dig”. “Weil ich unfrucht­bar war, hat­te ich das Gefühl, nicht Frau genug zu sein. Ich dach­te, nie­mand wür­de mich jemals wol­len.” An jenem Mor­gen auf dem Bur­ning Man “fühl­te ich Frei­heit in ihrem reins­ten Zustand und Akzep­tanz. Ich fühl­te mich nicht ver­ur­teilt; ich fühl­te mich ein­fach unterstützt.”

Zurück in Lon­don frag­te sie sich, ob sie die­se neu gefun­de­ne Frei­heit durch ihre Kur­se tei­len könn­te? “Ich dach­te, nein, die Leu­te wer­den mich ver­ur­tei­len, den­ken, dass ich eine Pro­sti­tu­ier­te bin, dass ich Orgi­en mit den Kun­den haben wer­de.” Aber als sie ihren Unter­richt auf einer neu­en Web­site anmel­de­te, fand sie ein Käst­chen, das Nackt-Yoga anbot. Am nächs­ten Mor­gen war ihr Post­ein­gang gefüllt mit Anfra­gen aus allen Ecken der Welt.

Nackt Yoga Klassen gibt es Weltweit
Nackt Yoga Klas­sen gibt es Weltweit

Mit der Wie­der­eröff­nung Groß­bri­tan­ni­ens wird Gani bald wie­der per­sön­li­chen Unter­richt anbie­ten, aber ein Jahr Zoom-Ses­si­ons hat auch zu einem soli­den inter­na­tio­na­len Kun­den­stamm geführt, dar­un­ter in den USA und Aus­tra­li­en. Ihr nächs­tes Pro­jekt ist eine Mit­glied­schafts­sei­te, auf der, wie bei der Pelo­ton-App, Schü­ler auf auf­ge­zeich­ne­te On-Demand-Kur­se und Live-Kur­se zugrei­fen kön­nen, in jeder Zeit­zo­ne und über­all. Per­sön­lich freut sich Gani dar­auf, end­lich wie­der zu rei­sen, aber abge­se­hen davon ist sie “zufrie­den”, sagt sie. Sie ist Sin­gle, aber nicht beson­ders auf der Suche. “Ich mag die Per­son, die ich bin, also bin ich ziem­lich glück­lich. Ich brau­che kei­nen Mann, um mich zu bestä­ti­gen.” Und ihr Ver­hält­nis zu ihrem Kör­per war noch nie bes­ser. “Ich füh­le mich wie ein Löwe. Ich füh­le mich mäch­tig. Ich füh­le, dass ich alles tun kann.”

Ich stre­be immer noch nach dem leo­ni­ni­schen Level von Macht und Zufrie­den­heit, aber ich schlie­ße mich Ganis Phi­lo­so­phie über Angst und Bereit­schaft an.

“Die Leu­te sagen immer: ‘Oh, ich wür­de ger­ne dei­ne Kur­se machen, aber ich wer­de es tun, wenn ich bereit bin.’ Es gibt kein bereit”, ruft sie. “Du wirst nie bereit für irgend­et­was sein. Du bist nie bereit, mit dei­nem schwie­ri­gen Vater umzu­ge­hen. Du bist nie bereit für den Krebs. Du bist nie bereit, etwas Beängs­ti­gen­des zu tun. Bereit gibt es nicht – du musst es ein­fach tun und mit dem umge­hen, was danach kommt.”

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2 thoughts on “Wie Nackt-Yoga dein Leben verändern könnte”

  1. Avatar

    Das schö­ne Video unten mit dem rot­haa­ri­gen jun­gen Mäd­chen weckt in mir Lust auf Nackt Yoga. Ich neh­me es als Erin­ne­rung mit in den neu­en Tag.

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